IMI-Aktuell 2015/303

Kinderlauf in Splitterschutzwesten

von: 17. Juni 2015

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Wie die Eifel Zeitung (17.6.2015) berichtet, wurde eine 9. Klasse der Clara-Viebig-Realschule aus Gerolstein bei Wittlich in die dortige Bundeswehrkaserne eingeladen. Diese Einladung geschah durch die Vermittlung durch das Bundeswehrkarrierecenter und diente damit offensichtlich der Nachwuchsgewinnung. Neben der Vorstellung des Bataillons war ein Highlight des Besuches „mit Rucksack und Splitterschutzweste gegen die Stoppuhr [zu] laufen“.

Die Clara-Viebig-Schule fällt dabei zum wiederholten Male durch die pädagogisch fragwürdige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr auf. So besuchten Schulklassen bereits den nahegelegenen Fliegerhorst Büchel, wo die letzten US-Atomwaffen auf deutschen Boden lagern und unter nuklearer Teilhabe der Bundeswehr auf ihren Einsatz warten. Auch Ausflüge mit Jugendoffizieren in das Bonner Verteidigungsministerium mit Bundeswehrbus, der Besuch des Luftlandeunterstützungsbataillon 262 in Merzig, die gemeinsame Sammlung von Spenden mit Reservist_innen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. bei der „Sammlung für den Frieden“, oder POL&IS-Spiele auf Kasernengelände auf dem Olympiastützpunkt Winterberg der Bundeswehr oder die Teilnahme beim Volkstrauertag beim Kriegerehrenmal gehören dazu.

Dringend sei hier der Clara-Viebig-Schule die Straight 18 Forderung etwa des Deutschen Bündnis Kindersoldaten und die UN-Kinderrechtskonvention ans Herz gelegt. Sonstige Erinnerungsprojekte zu Verdun oder Streitschlichtung an der Schule helfen wenig, wenn die Schule intensiv dabei hilft den Nachwuchsmangel der Bundeswehr zu befriedigen.

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