IMI-Aktuell 2015/056

Afghanistan: Gefahr durch Blindgänger

von: 4. Februar 2015

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Laut eines in der britischen Tageszeitung The Guardian erschienen Artikels, verletzen oder töten hinterbliebene Blindgänger landesweit in Afghanistan täglich mehr als eine Person. Es wurden, nach Angaben des Artikels, in Rahmen des Krieges seit 2001 mehr als 20 000 Tonnen Sprengmittel über Afghanistan abgeworfen – 10% davon seien nicht explodiert. Darüber hinaus stellen die mehr als 240 ehemals von NATO Streitkräften als Schießanlage genutzten Gebiete, durch die weiterhin vorhandenen undetonierten Kampfmitteln, eine Gefahr für die lokale Bevölkerung dar. Nach Schätzungen des Mine Action Coordination Centre of Afghanistan (MACCA), verletzten explosive Kampfmittelrückstände landesweit 369 Menschen im vergangenen Jahr – 89 von ihnen kamen ums Leben. Allein auf ehemaligen NATO Schießplätzen wurden durch solche Rückstände innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens 36 Menschen getötet – bis Ende dieses Jahres sollen sie gesäubert werden.

Der Artikel weist auch auf erschwerte Bedingungen der zum Teil vorgesehenen Aufräumarbeiten hin: sie seien völkerrechtlich nicht verpflichtend; ein Teil der notwendigen Informationen werden von der NATO und der US-Regierung als vertraulich eingestuft und nicht herausgegeben; und im vergangenen Dezember seien zwölf afghanische Minenräumer in der Provinz Helmand getötet worden. (ja)

Ähnliche Artikel