IMI-Aktuell 2015/011

Sanktionen: Mögliches Eigentor

von: 8. Januar 2015

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Die russische Nachrichtenagentur Sputnik berichtet von der bröckelnden Sanktionsfront gegen Russland. Nachdem zuerst Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Strafmaßnahmen gegen Russland in Frage gestellt hatte, scheint sich dem nun auch Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron angeschlossen zu haben: „Macron zeigte sich zugleich besorgt über „wirtschaftliche Nebenwirkungen“ der Russland-Sanktionen auf die europäische Geschäftswelt. Verluste erleiden unter anderem Öl-Gesellschaften und Lebensmittelhersteller, die mit Russland zusammenarbeiten.“ Ein weiterer Hintergrund dürfte die Sorge sein, dass Russland bei einer Fortsetzung des Wirtschaftskrieges seine Drohung wahrmachen könnte, seine Schulden bei europäischen Großbanken zu annullieren, wovor schon vor einigen Wochen in der Welt gewarnt wurde: „Selbst eine Staatspleite Russlands gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Nicht unbedingt, weil Präsident Wladimir Putin seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann – womöglich will er das schlicht nicht mehr. Als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen, die dem Land immer mehr zu schaffen machen, könnte er die westlichen Gläubiger seines Landes abstrafen, so spekulieren manche Bankvorstände.“ Auf 128 Mrd. Euro belaufen sich die russischen Schulden bei EU-Instituten, wovon auf französische 37 Mrd., italienische 21 Mrd., österreichische 14,6 Mrd. und deutsche 15 Mrd. entfallen. Sollte Putin seine Drohung wahrmachen (oder Russland Pleite gehen), dürfte dies eine Wirtschaftskrise nach sich ziehen, gegenüber der die von 2008ff. noch vergleichsweise harmlos anmuten würde. (jw)

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