IMI-Aktuell 2014/575

Kobane: Fragen und Antworten

von: 30. Oktober 2014

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In einem sehr aufschlussreichen Artikel zur Situation in Rojava stellt Errol Babacan im gestrigen Infobrief Türkei die richtigen Fragen und gibt auch gleich die Antworten zum westlichen Militärengagement, das sich vermeintlich gegen den Islamischen Staat richtet, tatsächlich aber auf die Zerschlagung des basisdemokratischen Projektes dort abzielt: „[W]arum fallen die Bombardements [der USA] so wohldosiert aus? Warum werden nicht noch mehr Waffen geliefert und warum findet bis heute kein effektives Bombardement der Versorgungsrouten des IS statt, der scheinbar aus einem schier unerschöpflichen Arsenal an Kriegsgerät schöpfen und ungestört Nachschub nach Kobanê bringen kann? Warum nutzen die USA und die andern NATO-Mitglieder nicht ihren Einfluss auf die Türkei, damit diese ihre Strategie der Abschottung Rojavas ändert? […] Warum möchte man also den Selbstverteidigungskräften unbedingt Peschmerga, wenn es nach der Türkei ginge sogar FSA-Einheiten aus Aleppo aufdrängen, deren Kommandeur Akidi vor kurzem noch zur Vernichtung der Selbstverteidigungskräfte Rojavas aufgerufen hat? […] Folglich treffen sich die Abschottungspolitik der Türkei, die sich auch gegen die PKK richtet, und die wohldosierte Hilfe der USA sowie des Juniorpartners Irakisch-Kurdistan wieder in einer gemeinsamen Strategie, die auf der Instrumentalisierung des IS-Angriffs fußt, um den Selbstverteidigungskräften Rojavas Partner aufzuzwingen, die ihre Feinde sind. […] Die Verlautbarungen nach den Verhandlungen in Dohuk lassen erahnen, dass echte Hilfen an Bedingungen geknüpft sind, die die Aufgabe zentraler Bestandteile des demokratischen und emanzipatorischen Projekts in Rojava bedeuten.“ (jw)

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