IMI-Aktuell 2014/475

Rüstungsmätresse

von: 10. September 2014

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Nachdem der Unmut über die Versuche von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, die deutschen Rüstungsexporte wenigstens ein wenig einzudämmen, massiv anwuchs, ruderte der denn auch schnell wieder zurück und kündigte an, die Waffenindustrie keineswegs im Regen stehen lassen zu wollen. Augenscheinlich reagierte Gabriel hier auch auf Kritik aus den eigenen Reihen: „Der Kümmerkurs des SPD-Chefs kommt nicht von ungefähr. Die IG Metall und die Betriebsräte der Wehrfirmen haben ihm klargemacht, dass eine striktere Exportpolitik Arbeitsplätze kosten würde.“ (Handelsblatt, 08.09.2014)

Dass Teile der Branche aber weiterhin stinksauer sind, zeigt ein ungewöhnlich deutliches Zitat des nie um klare Worte verlegenen Frank Haun vom Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann, das von Augengeradaus zitiert wurde: „In Berlin werden wir wie die Mätresse der Politik behandelt: Jeder braucht, was wir zu bieten haben, aber niemand möchte mit uns in der Öffentlichkeit gesehen werden, und einige wünschen uns sogar den Tod, ohne dass man sie dafür verantwortlich machen kann. Paris hat eine entspannte Haltung zu Mätressen wie uns – wir würden dort mit offenen Armen empfangen.“ (jw)

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