IMI-Aktuell 2014/391

Kreta: Geplante Militärbasenblockade

von: 18. Juli 2014

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Auf Kreta wird eine dreitägige Blockade (19.-21.07.) der NATO Militärbase in Souda Bay vorbereitet, um gegen die Vernichtung syrischer Chemiewaffen im Mittelmeer zu demonstrieren, welche “eine massive Bedrohung für das geschlossene maritime System des Mittelmeers, einem der empfindlichsten und wichtigsten maritimen Ökosysteme der Welt”, darstellt. Der Aufruf zur Blockade ist das Resultat des am 8. Juli stattgefundenen Treffen von mehr als 150 Menschen aus unterschiedlichen Städten und politischen Kontexten Kretas in der an der Militärbase angrenzenden Stadt Chania. Unter anderem werden alle Fischer sowie Bootsbesitzende dazu aufgefordert, das umgerüstete US-amerikanische Militärschiff “Cape Ray”, auf welchem die Waffen vernichtet werden, im Hafen zu blockieren. Der Aufruf fordert selbst von dem Fährunternehmen “ANEK Lines”, sich durch die Bereitstellung einer Fähre an dem Protest zu beteiligen. Anstatt Hydrolyseexperimente auf dem Mittelmeer durchzuführen, soll laut dem veröffentlichen Aufruf die Produktion von Chemiewaffen eingestellt werden. Die Protestorganisator_innen wehren sich gegen “die Nutzung des Mittelmeers als Mülldeponie von Chemiewaffen und gegen die Transformation des Mittelmeers in ein Massengrab von Kriegsflüchtlingen”.

Die Bundeswehr bietet dem Spezialschiff Cape Ray mit der Fregatte Schleswig Holstein, welche Anfang Juli die Fregatte Augsburg ablöste, maritimen Begleitschutz. Eine von Christin Bernhold und Christian Stache verfasste Analyse der deutschen Beteiligung an der Mission zur Vernichtung der Chemiewaffen ist im IMI-Standpunkt 2014/010 nachzulesen. (ja)

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