IMI-Aktuell 2014/231

Tödliche Drohnenangriffe in Jemen

von: 22. April 2014

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In Jemen wurden am Wochenende mindestens 65 Menschen durch Luftangriffe der USA und der jemenitischen Regierung ums Leben gebracht.
Am Samstag wurde in dem südwestlichen Gouvernement Al Bayda ein Lastwagen, auf dem sich vermeintliche Mitglieder der Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) befanden, von einer US-Drohne angegriffen. Dabei wurde auch ein Fahrzeug mit Zivilist_innen getroffen – für drei Zivilist_innen und 10 bis 21 vermeintlichen Mitglieder der AQAP endete der Angriff tödlich.
Am Sonntag kam es zu weiteren Angriffen in dem gleichen Region, bei denen drei Trainingscamps der Al Qaida das Ziel waren und bei denen nach Angaben des jemenitischen Innenministers 55 Mitglieder der AQAP ums Leben kamen. Auch die jemenitische Regierung, so berichtet Al Jazeera, beteiligte sich an den über mehrere Stunden andauernden Angriffen mit MiG-29 Kampfjets. Ob bei den Angriffen am Sonntag auch US-Drohnen eingesetzt wurden, ist noch unklar. Das britische Bureau of Investigative Journalism stuft sie als „mögliche Drohnenangriffe“ ein.
Bei den so genannten gezielten Tötungen der USA in Jemen kommt es immer wieder zu Zivilopfern, wobei dies laut einer Studie der Human Rights Watch auch teilweise willkürlich in Kauf genommen wird (siehe IMI-Aktuell 2013/445). Die durch Drohnenangriffe verursachten Ziviltote in Jemen führen laut Jospeh Cox, nicht zu einer Schwächung der Al Qaida, sondern zu einem Zulauf von neuen Anhänger_innen (siehe IMI-Aktuell 2013/335). (ja)

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