IMI-Aktuell 2013/480

Afghanistan-Studie: Planlos im Krieg

von: 14. November 2013

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Aktuell macht eine Studie des „Afghan Analysts Network“ die Runde durch die deutsche Presselandschaft. Die diesbzgl. Überschriften sind dabei nahezu identisch und lauten in etwa so wie diese von Zeit Online (12.11.2013): „Bundeswehr stärkte afghanische Warlords“. Die Studie legt dabei eine umfassende Analyse und Bilanz des Bundeswehreinsatzes in den nordafghanischen Provinzen Kundus und Badachschan vor. Interessant ist dabei weniger die Schlussfolgerung, dass durch die deutsche Präferenz, unter allen Umständen so wenig wie möglich Opfer unter den eigenen Soldaten riskieren und deshalb möglichst Kämpfe vermeiden zu wollen, zu einer Stärkung der Warlords beigetragen habe. Viel wichtiger erscheint die Schlussfolgerung, dass auch andere Strategien, insbesondere auch die noch einmal deutlich robustere Form des militärischen Nation Building, die etwa von den USA betrieben wurde, ebenso problematisch waren. So fasst die Taz (12.11.2013) die Studie folgendermaßen zusammen: „So ernüchternd die Ergebnisse der Studie sind, so zeigt sie aber auch, dass etwa das massivere Vorgehen des US-Militärs oder auch die sensiblere Einmischung der Niederländerin der Provinz Urusgan nicht unbedingt erfolgreicher waren als das Vorgehen der Deutschen. Es ist die Schwäche der Studie – oder besser gesagt der enormen Komplexität vor Ort geschuldet -, dass sie als Gesamtbilanz keine klaren Handlungsalternativen zeigt.“ Dass der gesamte Ansatz militärischen Nation Buildings vor diesem Hintergrund ganz grundsätzlich hinterfragt werden müsste, dämmert dabei auch der Taz: „Es bleibt der Eindruck, dass eine Militärintervention von außen nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat, wenn sie lokale Kräfte stützen soll, die nicht entwaffnet sind.“ (jw)

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