IMI-Mitteilung

Pressemitteilung: IMI-Kongress: Krieg um die Köpfe

Über die Mobilisierung von Zustimmung und die Demobilisierung von Protest (15.-17. November 2013)

von: 6. November 2013

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Vom 15. bis 17. November 2013 wird in Tübingen der 16. Kongress der Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI) stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit gut 100 Besucher_innen aus der Region und dem ganzen Bundesgebiet, neben Vorträgen und Podien wird es auch eine Workshophase geben.

Wenn im nächsten Jahr des Beginns des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht wird, wird auch viel vom sog. „Augusterlebnis“ die Rede sein. Die angeblich sehr begeisterte und sehr breite Zustimmung zum Krieg – von den Spitzen der deutschen „Intelligenz“ bis ins Arbeiter_innen-Milieu – wird dann mit distanziertem Befremden betrachtet und vermutlich auch zunehmend in Zweifel gezogen werden. „Darüber droht vergessen zu werden, dass die Ehrenmäler für die gefallenen Soldaten bis heute stehen, neue Medallien für Tapferkeit im Einsatz eingeführt wurden und sich die Bundeswehr unter dem Leitspruch ‚Wir. Dienen. Deutschland‘ intensiv um ein positives Image und die notwendige Unterstützung für ihre Auslandseinsätze bemüht“, so Jürgen Wagner, geschäftsführender Vorstand der IMI.

Mit wissenschaftlichen und teilweise auch geheimdienstlichen Methoden versuche die Bundeswehr, die Einstellung der Bevölkerung – zuhause wie in den Einsatzgebieten – ihr gegenüber im Auge zu behalten und die „sicherheitspolitische Debatte“ in den Schulen, den Hochschulen und den Medien zu beeinflussen. Dieser „Krieg um die Köpfe“, die „Mobilisierung von Zustimmung und Demobilisierung von Protest“ ist das Thema des diesjährigen Kongresses. Es stellt sich dabei nicht nur die Frage, ob eine Kriegsbegeisterung wie 1914 heute wieder denkbar wäre, sondern auch nach den Ursachen, dass die zahlreichen ‚kleinen‘ Einsätze der Bundeswehr, die Waffenlieferungen und die deutsche Beihilfe zu gezielten Tötungen von vielen kritiklos als normale Form der Außenpolitik hingenommen werden. „Wir werden dabei verschieden Akteure – von der Rüstungsindustrie und Geheimdiensten über die Wissenschaft bis hin zu Schulen und Gewerkschaften in den Blick nehmen und die Kämpfe um den Einfluss der ‚sicherheitspolitischen Community‘ versuchen, darzustellen“, so Wagner.

Der eigentliche Kongress wird am Samstag den 16. November von 12:00-21:00 Uhr und Sonntag von 9:30-14:30 im Schlatterhaus, Österbergstrasse 2 in Tübingen stattfinden. Die Auftaktveranstaltung findet wieder am Freitagabend in der Hausbar des Wohnprojekts Schellingstraße statt und wird sich eher humoristisch mit Stars und Sternchen aus Film und Fernsehen auseinandersetzen, die sich für die Bundeswehr und ihre Einsätze stark machen.

Alle weiteren Informationen inklusive Programm: www.imi-online.de

Pressenachfragen: 07071-49154 / 0176-24040639

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