IMI-Aktuell 2013/430

Rüstungskonzern: Humanitärer Deckmantel

von: 15. Oktober 2013

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UPDATE: Mit Bezug auf nachstehende Meldung erklärte der Medienreferent von World Vision Deutschland in einer Mail vom 21.10.2013, dass die 30 Flugstunden der Eurocopter Stiftung World Vision Deutschland nicht bekannt waren. Aufgrund der Meldung wurde der mexikanische Partner von World Vision Deutschland kontaktiert. Als Konsequenz wird es keine weiteren Flüge geben. Das Kontingent an Flugstunden wurde nicht voll ausgeschöpft.

 

Das zum EADS gehörende deutsch-französische Unternehmen Eurocopter, das in den letzten Jahren Verträge  über die Lieferung von zwölf Militärhubschraubern EC725 an das mexikanische Verteidigungsministerium (siehe IMI-Analyse 2012/05) abgeschlossen hat, hat einen Partner gefunden, um sein Image aufzupolieren. Die Mexiko-Abteilung der Nichtregierungsorganisation „World Vision“  ist eine Allianz mit Eurocopter eingegangen, um „die von Hurrikan ‚Ingrid‘ und Tropensturm ‚Manuel‘ betroffenen Gemeinden mit Lebensmitteln und Hilfsgütern zu versorgen“. Zum Preis  30 „gespendeter“ Hubschrauber-Flugstunden  kann sich der Rüstungskonzern damit brüsten, in Zusammenarbeit mit einem „christlichen Kinderhilfswerk“ (so die Selbstbeschreibung der Organisation in Deutschland) humanitäre Hilfe zu leisten, so etwa in einer EADS-Pressemitteilung vom 10.01.2013. Die Möglichkeit, dass die von Eurocopter gelieferten EC725 vom mexikanischen Militär für Menschrechtsverletzungen verwendet werden könnten, wie die Deutsche Menschrechtskoordination Mexiko beschrieben hat, scheint World Vision nicht sonderlich zu stören. (pc)

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