IMI-Aktuell 2013/326

Libyen: R2P-Desaster

von: 17. August 2013

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Extrem kritisch setzt sich ein Artikel in der neuen „International Security“ (Sommer 2013)  mit der unter dem Banner der Schutzverantwortung (R2P) erfolgten angeblich humanitären Intervention in Libyen auseinander. Der Krieg sei auf Basis einer unwahren Behauptung geführt worden, nämlich dass die lybischen Regierungstruppen massenweise Zivlisten umbrächten und ein Massaker in Benghazi bevorstehe, so Alan J. Kuperman in seinem Beitrag „A Model Humanitarian Intervention?“: “The statistics, testimony, and documentary evidence, however, indicate that the Qaddafi regime committed no bloodbaths during the war, and had no intention of doing so.” Stattdessen habe die NATO-Intervention zu einer großen Zahl an Opfern unter Zivlisten geführt, auch weil deren Schutz gegenüber dem eigentlichen NATO-Ziel, einen Regimewechsel herbeizuführen, keine Priorität gehabt habe: “[A]ll available evidence indicates that NATO’s primary objective, starting early in the interven-tion, was to help the rebels overthrow Qaddafi, even if this escalated and extended the civil war and thereby magniªed the threat to Libya’s civilians.” Schon allein deshalb – und aufgrund zahlreicher weiterer Aspekte, wie etwa die Auswirkungen auf die Nachbarländer – sei es absurd, dass die Intervention teils als Vorbilmodell für die scheinbar humanitäre Schutzverantwortung herangezogen werde: “Based on the humanitarian grounds originally invoked to justify it, NATO intervention in Libya has proved a disaster.” (jw)

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