IMI-Aktuell 2013/308

Afghanistan: Zollpapiere?

von: 8. August 2013

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Dass es um das Verhältnis zwischen den USA und der afghanischen Regierung nicht zum Besten bestellt ist, ist hinlänglich bekannt – das Ganze treibt aber derzeit doch einige absurde Blüten. Unabhängig davon, dass die USA mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch lange mit Soldaten am Hindukusch verweilen werden (siehe IMI-Standpunkt 2013/037), wird es dennoch zu einer deutlichen Reduzierung des Umfangs von aktuell noch etwa 70.000 Mann kommen. Parallel dazu wird auch massenweise Militärgerät zurück in die USA verfrachtet werden – aber nicht ohne Zollpapiere! So berichtet das ORF (20.07.2013), der afghanische Finanzminister Omar Zakhilwal verlange von den USA für jeden ausgeführten Container ausgefüllte Zollpapiere. Zakhilwal beschwerte sich dabei über die „arrogante und lockere“ Einstellung der USA, die augenscheinlich wenig gewillt sind, die Papiere auszufüllen, weshalb der afghanische Finanzminister nun Strafmaßnahmen ankündigte: „Für jeden Container, der außer Landes gebracht wird und für den keine gültigen Zollpapiere vorgewiesen werden können, beträgt die Strafe 1.000 Dollar. Ein Mitarbeiter des afghanischen Finanzministeriums schätzt die LKW-Ladungen bzw. die Container, die das Militärmaterial außer Landes bringen sollen, auf rund 70.000. Das würde eine Strafe von 70 Millionen Dollar für die USA und ihre Verbündeten bedeuten.“ (jw)

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