IMI-Aktuell 2013/228

Neue BW-Spionagesatelliten

von: 27. Juni 2013

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Zur Zeit jagt ein teures Rüstungsvorhaben das nächste: Die Bundeswehr will, laut eines Beitrags von Otfried Nassauer auf Spiegel Online (26.06.2013), drei neue Spionagesatelliten für mehr als 800 Mio. Euro kaufen. Das neue Satellitensystem mit der Kurzbezeichnung SARah soll ab 2019 dem Kommando Strategische Aufklärung der Bundeswehr in Gelsdorf bei Bonn und dem Bundesnachrichtendienst (BND) hochpräzise Radarbilder von Zielen auf der Erdoberfläche liefern. Das viel leistungsfähigere System soll die fünf seit Ende 2007 eingeführten Kleinsatelliten des Systems SAR-Lupe zunächst ergänzen und später ersetzen. Interessant ist der Grund, weshalb die SAR-Lupe-Satelliten beschafft wurden: Die Bundesregierung sei während des Kosovo-Kriegs 1999 mit den von den USA bereitgestellten Aufklärungsergebnissen unzufrieden gewesen und habe „Wut im Bauch“ gehabt, wie der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sich geäußert habe. Darauf hätte die Bundesregierung dann 2002 mit der Beschaffung eigener Aufklärungssatelliten reagiert. Im Grunde genommen wurde damals eine Voraussetzung geschaffen, unabhängig Krieg führen zu können. Mit der Einführung des neuen Systems würde die Kriegsführungsfähigkeit erheblich ausgebaut. (mh)

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