IMI-Aktuell 2013/171

Afrikanische Union: Eingreiftruppe

von: 30. Mai 2013

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Die Nachrichtenagentur RIA Novosti (27.05.2013) berichtet, die Afrikanische Union (AU) habe beschlossen, eine Afrikanische Eingreiftruppe aufzustellen, die „African Capacity for Immediate Response to Crises“ (ACIRC): „Die Formation hat zum Ziel, operativ auf Krisensituationen auf dem Kontinent zu reagieren. Zur zahlenmäßigen Stärke der Truppe und zu den Terminen der Bildung wurden keine Angaben gemacht.“ Auf den ersten Blick mutet diese Entscheidung seltsam an, ist doch mit der „African Standby Force“ seit Jahren eine solche AU-Truppe im Aufbau begriffen. Diese wird aber vor allem auch über EU-Entwicklungshilfegelder (durch die African Peace Facility) finanziert, wodurch sie in fast vollkommener Abhängigkeit von den westlichen Gebern steht. Hierüber – und über die generelle Finanzierung der „Afrikanischen Friedensarchitektur“ – sichern sich die EU-Länder weitreichende Einflussmöglichkeiten auf afrikanische Sicherheitsbelange (siehe etwa folgenden IMI-Text). Genau das Interesse, sich aus dieser Abhängigkeit ein wenig zu lösen, scheint hinter der jetzigen Entscheidung zu stehen, besagte Eingreiftruppe aufzustellen. So gibt die Financial Mail (27.05.2013) an, der Schritt ziele darauf ab, „die Abhängigkeit des Kontinentes von ausländischen Truppen und Geldern für seine Verteidigung zu reduzieren.“ (jw)

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