IMI-Aktuell 2013/075

De Maizière unerwünscht

von: 11. April 2013

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Es ist noch kein halbes Jahr her, da bereiteten die Studierenden der Uni Leipzig dem Verteidigungsminister bei seiner geplanten Nikolausvorlesung bereits einen unmissverständlichen Empfang (Video). Nun ist ihm vergleichbares wieder bei einem geplanten Vortrag an der Humboldt Uni zu Berlin wiederfahren. Begleitet von einem Die-In applaudierten die Studierenden den Minister wegen seiner anhaltenden Kriegspolitik aus dem Hörsaal heraus (Video). Bemerkenswert ist dabei die hohe Medienaufmerksamkeit mit Artikeln beim Spiegel, taz, Die Welt, FAZ, SZ usw. Von Sympathie bis Aufregung wurde dort und in den dazugehörigen Kommentaren diese Form des Zivilen Ungehorsams „gewürdigt“. Der US-Historiker und Friedensaktivist Howard Zinn hatte für diese Würdigung wohl schon vor über 40 Jahren die passenden Worte gefunden:
„Viele Leute sind von zivilem Ungehorsam beunruhigt. Sobald man davon spricht, zivilen Ungehorsam zu begehen, regen sie sich auf. Aber genau dies ist die Absicht von zivilem Ungehorsam: Leute aufzuregen, sie zu stören, sie zu beunruhigen. Wir, die wir zivilen Ungehorsam begehen, sind auch beunruhigt, und wir müssen diejenigen beunruhigen, die für den Krieg verantwortlich sind.“ (Howard Zinn 1971, zitiert nach Andrea Pabst, 2012: Ziviler Ungehorsam: Annäherung an einen umkämpften Begriff). ™

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