IMI-Aktuell 2013/074

Pakistan: Drohnen-Geheimabkommen

von: 10. April 2013

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Spiegel Online informiert über ein gestern erschienenes Buch von Mark Mazzetti, das von dem Doppelspiel der pakistanischen Führung handelt, einerseits öffentlich den US-Drohnenkrieg im Nordwesten Pakistans zu verurteilen und Verletzungen der pakistanischen Souveränität und des internationalen Rechts anzumahnen, gleichzeitig aber inoffiziell das Töten mittels Drohnen aus Eigeninteressen zu erlauben und eine Zeit lang der CIA Informationen über Aufenthaltsorte von Zielpersonen weitergegeben zu haben. Der Journalist der New York Times rekonstruiert auf Grundlage von Interviews mit Informanten aus den USA und Pakistan, wie es zu dem geheimen Deal 2004 zwischen beiden Ländern gekommen sei. So informativ der Inhalt durchaus sein kann, bleibt doch zu bedenken, dass auch immer eigene Interessen der jeweiligen Informanten im Spiel sein können. Die New York Times veröffentlichte einen Vorabdruck des Buchs. Zur ambivalenten Haltung der Regierung in Pakistan ist nicht zuletzt Folgendes interessant: Nach dem das International Institute for Strategic Studies hat Pakistan wegen der versehentlichen Tötung pakistanischer Soldaten im November 2011 die CIA aufgefordert, ihre lang genutzte Basis in Shamsi im Süden Pakistans (27.51 N, 65.10 E) zu verlassen. Es wird aber vermutet, dass die CIA Zugang zu dem Luftwaffen-Stützpunkt Shahbaz-Jacobabad und anderen behalten hat. (mh)

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