IMI-Aktuell 2013/065

BRICS: Gegenmacht?

von: 5. April 2013

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In der Foreign Affairs (November/Dezember 2012) wurde unter Verweis auf sinkende Wachstumsraten und interne Konflikte bereits der Abgesang auf die BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) angestimmt. Allerdings scheint dies verfrüht zu sein und sich eher um Wunschdenken zu handeln. Die BRICS repräsentieren etwa 43% der Weltbevölkerung und 17% des Welthandels – und alle Projektionen gehen davon aus, dass ihre Wachstumsraten ggf. etwas sinken, aber dauerhaft über denen der G7 liegen werden, worauf etwa der Strategieexperte Julian Lindley-French hinweist.

Auch politisch einigten sich die BRICS bei ihrem Gipfeltreffen Ende März 2013 auf eine ambitionierte Agenda. Besonders hervorzuheben ist die die beschlossene Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank mit einem Kapital von $50 Mrd., was Pepe Escobar in der Asia Times (27.3.2013) als Zeichen einer systematisch betriebenen Gegenmachtbildung wertet. Auch Julian Lindley-French schließt sich dieser Meinung an: „The aim of the Fabulous Five is clear; to counterbalance what they see as a) the western-dominated International Monetary Fund and World Bank; and b) plug a gap in development financing caused by the West’s financial and economic woes. [T]he BRICS could one day find itself at the very core of a new world order.  This summit is clearly building BRICS for the future.“ (jw)

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