IMI-Aktuell 2013/56

Kosovo: Lohnende Intervention?

von: 4. April 2013

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Der Behördenspiegel berichtet von einem Vortrag von Bruno Schoch von der Hesssischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung zum Thema „Kosovo – Militärintervention mit glücklichem Ausgang? – Eine Zwischenbilanz“. Augenscheinlich kann sich der „Friedensforscher“ gut mit dem Angriffskrieg anfreunden: „Im Kosovo seien, so Schoch, – wie zuvor in Bosnien schon – Völkermord und ‚ethnische Säuberungen‘ letztlich ‚manu militari‘ gestoppt worden. Danach konnten dort Fundamente für demokratische Institutionen gelegt und individuelle Freiheitsrechte eingeführt werden. Auch wenn es nicht gelang, eine Demokratie nach Schweizer Muster zu etablieren, so sei doch insgesamt Beachtliches erreicht worden.“ Von was redet der Mensch? Keine Rede jedenfalls ist davon, dass der Krieg zweifelsfrei ein klarer Völkerrechtsbruch war. Regelrecht verfälschend ist die Rede von einem Völkermord, der in dieser Form nachweislich nicht stattfand. Und schließlich davon zu reden, im Kosovo seien „Fundamente für demokratische Institutionen“ gelegt worden, wo tatsächlich unter einer faktischen EU-Kolonialbesatzung ein radikal-neoliberaler Umbau vollzogen wurde, zeugt von einem ganz eigenen, extrem verzerrten Blick auf die Verhältnisse in der Provinz (siehe hierzu ausführlich IMI-Analyse 2009/021). (jw)

 

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