IMI-Mitteilung

Per Simulation in den Krieg? Das Beispiel Iran

Donnerstag, 30.8.2012; 20:00 Uhr; Schlatterhaus, Tübingen

von: IMI | Veröffentlicht am: 24. August 2012

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Vortrag mit Michael Schulze von Glaßer und Mobilisierung für das warstartsherecamp.org

Viel ist gegenwärtig die Rede vom Cyber-Krieg und im Konflikt um das iranische Atomprogramm wird er bereits Realität. So behindern angeblich von westlichen Geheimdiensten mitentwickelte Computerviren die Uran-Anreicherung im Iran, flankiert wird dies von gezielten Tötungen iranischer Atomwissenschaftler. Es liegt in der Natur dieser Form der Kriegführung, dass man auf Spekulationen und vage Informationen angewiesen ist. Die Verbreitung von Falschinformationen ist selbst Teil der Kriegführung geworden, es ist von einer Wechselwirkung von Simulation und
Realität auszugehen.
Wir nehmen dies zum Anlass, erstens aktuelle Computerspiele mit Iran-Bezug unter die Lupe zu nehmen und zweitens die konkrete Einsatzvorbereitung deutscher Soldaten am Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) nahe Magdeburg zu analysieren. Computerspiele, häufig mit Unterstützung von Rüstungsfirmen und Militärs entwickelt, bilden teils überraschend realistisch, teils völlig überzogen künftige Kriegszenarien ab. Sie können zugleich als Mahnung vor einer Ausweitung eines Iran-Krieges in den Kaukasus verstanden werden, wie auch als ideologische Wegbereiter einer Kriegsführung, die sich immer tiefer in die geheimdienstliche Sphäre verlagert und ihre Schwerpunkte auf Kommandoaktionen, Häuserkampf und gezielte Tötungen setzt. Ähnliches lässt die Einsatzvorbereitung der Bundeswehrsoldaten im GÜZ vermuten. Neben klaren strategischen Tendenzen, die in den Computerspielen aufgegriffen werden, sind es auch Technologien, wie sie u.a. am tübinger Exzellenzcluster „Centrum für Integrative Neurowissenschaften“ (CIN) entwickelt werden, welche für gleichgerichte und wechselwirkende Tendenzen in Kriegführung und Unterhaltungselektronik mitverantwortlich sind.

Die Veranstaltung soll auch der Mobilisierung für das War Starts Here Camp vom 12.-17.9. in der Nähe des GÜZ dienen, zu dem anschließend noch die wichtigsten Informationen bereitgestellt werden.
http://warstartsherecamp.org/de/programm

Veranstaltet von: Informationsstelle Militarisierung; Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen und Anarchistisches Netzwerk Tübingen (ANT).

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