Dokumentation: Radio Z (Nürnberg)

Die Bundeswehr zieht in Somalia in den Krieg

von: Dokumentation / Radio Z (Nürnberg) | Veröffentlicht am: 24. April 2012

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Die EU Operation Atalanta ist eine multinationale Mission der EU zum Schutz von humanitären Hilfslieferungen nach Somalia, der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias am Horn von Afrika im Golf von Aden. Der deutsche Bundestag will nun aufgrund einer EU-Initiative das Mandat für die deutschen Marinesoldaten erweitern, die im Rahmen dieser Mission seit 2008 im Indischen Ozean kreuzen;

Die Atalanta-Mission soll angeblich humanitäre Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms und zivile Handelsschiffe schützen. Doch trotz dieses Einsatzes ist die Zahl von Piratenangriffen vor der somalischen Küste, im indischen Ozean und dem Arabischen Meer weiterhin hoch. Das Seegebiet gilt als das gefährlichste der Welt, allein im vergangenen Jahr gab es dort etwa 230 Piratenangriffe. Mit der Ausweitung der Operation Atalanta sollen die Piraten nun auch am Land angegriffen werden. Kritiker halten dagegen, das Piratenproblem sei militärisch gar nicht zu lösen. Dabei weisen sie auf die Hintergründe der Piraterie am Horn von Afrika hin. Viele der neuen Seeräuber seien früher meist selber friedliche Fischer gewesen – ihnen müsse eine wirtschaftliche Alternative angeboten werden. Sie sehen die EU daher in der Pflicht nicht militärisch, sondern diplomatisch und ökonomisch aktiver zu werden. Denn dazu hat Europa allen Grund, waren es doch ihre Fischflotten, die internationales Seerecht ignoriert und die Fischgründe vor Somalia leergefischt haben. Über die Ausweitung des Mandats für die deutsche Marine im indischen Ozean sprach Radio Z mit Christoph Marischka, Referent bei der Informationsstelle Militarisierung e.V. Tübingen;

Interview Teil 1

Interview Teil 2

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