Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de

[0355] Broschüre EU-Demokratiedefizit / 15 Jahre IMI! /

(21.09.2011)

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Online-Zeitschrift „IMI-List“
Nummer 0355 ………. 15. Jahrgang …….. ISSN 1611-2563
Hrsg.:…… Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Jonna Schürkes / Jürgen Wagner
Abo (kostenlos).. https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/imi-list
Archiv: ……. http://www.imi-online.de/mailingliste.php3
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Liebe Freundinnen und Freunde,

in dieser IMI-List findet sich

1) Eine Broschüre zum Demokratiedefizit in der EU-Außen- und Sicherheitspolitik

Zuvor aber nochmal der Hinweis und die herzliche Einladung in eigener Sache:  Morgen feiert die IMI ihr 15jähriges Jubiläum! Es wird eine Rede des Buchautors Wolfgang Schorlau geben, für Getränke und Musik ist auch gesorgt. Also, wer Lust hat, mit uns zu feiern, ist herzlich eingeladen!

Die Feier beginnt ab 19h30 und findet in Tübingen statt (Ort: Sudhaus – Peripherie, Hechingerstr. 203).

Einladungsflyer: http://www.imi-online.de/download/IMI-Geburtstag-web.pdf

1) Broschüre: EU-Demokratiedefizit

IMI-Studie 2011/12 – in: Informationen zu Politik und Gesellschaft, Nr. 6/2011
EUropa außer Kontrolle
Die EU-Außen- und Sicherheitspolitik im parlamentarischen Niemandsland
http://www.imi-online.de/2011.php?id=2350
21.9.2011, Jürgen Wagner

Die Studie ist ein Kooperationsprojekt der IMI mit der EU-Abgeordneten Sabine Lösing und erschien in der Reihe Informationen zu Politik und Gesellschaft.

Sie kann hier heruntergeladen werden: http://www.imi-online.de/download/EU-Demokratiedefizit-web.pdf

Die Kooperation ermöglicht es uns erfreulicherweise die Printversion der Broschüre kostenlos – gerne auch in größeren Stückzahlen – zu versenden.

Bestellungen per Mail bitte an: sabine.loesing@europarl.europa.eu

Schriftlich: Sabine Lösing, MEP (z. H. Arne Brix), Verbindungsbüro Europäisches Parlament / Europabüro, Unter den Linden 50, 10178 Berlin

Inhaltsangabe

Vorwort
Einleitung
Lissabon-Vertrag:  Ein Schritt vor, zwei zurück
Auslandseinsätze der Exekutive
Schattenhaushalte und Kriegskassen
Auswärtiger Dienst außer Kontrolle
Kontrolle durch die nationalen Parlamente?
Interparlamentarische Versammlung als verpasste Chance

Einleitung

Wer im Lexikon unter Demokratiedefizit nachschlägt, sollte sich nicht wundern, wenn er anstatt eines Textes einfach eine EU-Flagge vorfindet. Schließlich wurde der Begriff 1979 von David Marquand mit Bezug auf den EU-Vorläufer, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, popularisiert.[1] Tatsächlich dürfte jedem bekannt sein, der es wissen will, dass sich bis heute große Teile der EU-Politik abseits einer parlamentarischen Kontrolle abspielen, die diesen Namen auch verdienen würde.[2] Besonders eklatant trifft dies für den Außen- und noch mehr den Militärbereich zu, wo dem Europäischen Parlament bestenfalls eine Statistenrolle zukommt.

Entgegen der Aussagen seiner Befürworter hat auch der am 1. Dezember 2009 in Kraft getretene Vertrag von Lissabon (EUV) dieses Demokratiedefizit nicht verringert – im Gegenteil. Auch die Kontrollbefugnisse der nationalen Parlamente sind begrenzt und werden ebenfalls sukzessive immer weiter beschnitten. Die Ursache hierfür liegt u.a. darin, dass die Regierungen erfolgreich die staatliche und die suprastaatliche Ebene gegeneinander ausspielen, um in der Frage von Krieg und Frieden möglichst freie Hand zu haben, wie im Folgenden gezeigt werden soll.

Vor diesem Hintergrund konkretisierten sich in jüngster Zeit Überlegungen, eine Interparlamentarische Versammlung (IPV) aus Vertretern der nationalen und europäischen Ebene ins Leben zu rufen. Sie soll – angeblich zumindest – die parlamentarische Kontrolle der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik verbessern. Alle bislang kursierenden Vorschläge geben jedoch wenig Anlass zur Hoffnung, dass dies gelingen wird. Auch die zuletzt am 7. Juli 2011 mit großer Mehrheit vom Europäischen Parlament verabschiedete Resolution zur Interparlamentarischen Versammlung versäumt es leider, die europäische Außen- und Militärpolitik aus dem parlamentarischen Niemandsland herauszuführen.

Dies ist umso bedauerlicher, weil gerade eine parlamentarische Zustimmungspflicht für Auslandseinsätze, wie sie etwa in Deutschland für Bundeswehr-Interventionen existiert, ein zentrales Mittel ist, um eine öffentliche Debatte über den Sinn bzw. Unsinn eines Kriegseinsatzes in Gang zu setzen. Ein Krieg wird nicht „legitim“, wenn er eine „legal“ erforderliche Parlamentszustimmung erhält. Ein Parlamentsvorbehalt ist jedoch ein wesentliches Instrument, um überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, die „Legitimität“ solcher Einsätze grundsätzlich kritisieren und in Frage stellen zu können.

[1] Marquand, David: Parliament for Europe, London 1979. Erstmals wurde der Begriff wohl bereits zwei Jahre zuvor in einem Manifest der Young European Federalists verwendet. Vgl. Wikipedia: Democratic deficit, URL: http://en.wikipedia.org/wiki/Democratic_deficit (12.07.2011).

[2] Vgl. Wehr, Andreas: Europa ohne Demokratie? Die europäische Verfassungsdebatte – Bilanz, Kritik und Alternativen, Köln 2004.

Weiter: http://www.imi-online.de/download/EU-Demokratiedefizit-web.pdf

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