Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - www.imi-online.de

IMI-Analyse 2011/034 - in AUSDRUCK (August 2011)

Bundeswehr-TV

Mediale Parallelwelt?

Michael Schulze von Glaßer (08.08.2011)

http://www.imi-online.de/download/07aug2011_schulze.pdf

Mit „Bundeswehr-TV“ – kurz „bwtv“ – verfügen die deutschen Streitkräfte mittlerweile über einen eigenen, internen Fernsehsender. Der Betrieb kostet viel Geld: exklusive Berichte werden gedreht, eigene Nachrichtensendungen produziert. Allerdings hat der Sender kaum Zuschauer, was die Frage aufwirft, worin eigentlich sein Zweck besteht.

Kostspielige Berieselung

„Es ist nicht beabsichtigt, bwtv […] für herkömmliche Fernsehnutzerinnen und -nutzer empfangbar zu machen.“[1] Auch wenn die Bundesregierung bisher von einer allgemeinen Empfangbarkeit des Armeeeigenen-Fernsehkanals „Bundeswehr-TV“ absieht, lohnt sich ein Blick auf den Sender. Politiker ändern ihre Meinung und bestehende Gesetze, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bwtv irgendwann für alle Menschen frei über den eigenen Fernseher empfangbar sein wird. Die US-Streitkräfte haben mit dem American Forces Network (AFN) bereits neun thematisch verschiedene Armee-Fernsehsender. Der Militärnachrichtenkanal Pentagon-Channel ist sogar für die Allgemeinheit zu empfangen, sogar über das Internet. Der Sender ist in den USA aber – nicht nur wegen seiner Inhalte – höchst umstritten, da mit ihm staatlich finanzierte Regierungspropaganda direkt weiterverbreitet werden kann. Ein rechtlicher Grund, der auch in Deutschland bisher die allgemeine Empfangbarkeit von bwtv verhindert: Staatsfernsehen (nicht zu verwechseln mit öffentlich-rechtlichem Rundfunk) ist verboten.

Am 3. April 2002 ging Bundeswehr-TV erstmals „On Air“. 23 Wochen sollte der Probebetrieb zunächst laufen, empfangbar war der Sender an 30 ausgewählten Armee-Standorten im Wehrbereichskommando I „Küste“ – Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Inhaltlich und formal ist das Programm von Bw-TV auf 20- bis 30-Jährige ausgerichtet, die rund 80 Prozent der Zielgruppe ausmachen“, berichtete die Bundeswehr-Zeitung „aktuell“ damals.[2] Die Bundeswehr sieht das Fernsehen als dritte Säule der internen Kommunikation – neben Print-Medien wie der Bundeswehr-Wochenzeitung „aktuell“ und dem Bundeswehr-Radiosender „Radio Andernach“ – an. Nach dem sechsmonatigen Probebetrieb gab der damalige Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan im September 2002 grünes Licht für die Ausweitung des Sendebetriebs – an 63 Bundeswehr-Dienststellen im Wehrbereich I soll der Sender heute angeblich empfangbar sein.[3] Zudem wurde der Betrieb von 6 auf 24 Stunden täglich ausgeweitet. Schneiderhahn hielt damals eine Fortentwicklung des Senders „zur Information auch im Inland für überlegenswert“ und baute den Sender für dieses bisher nicht erreichte Ziel aus.[4]

Der Bundeswehr-Fernsehkanal sendet aus einer Kaserne im nordrhein-westfälischen Sankt Augustin bei Bonn und betreibt seit 2007 auch ein kleines Studio in Berlin. Über spezielle Decoder kann das Fernsehsignal des Kanals entschlüsselt werden, außerdem sollen die Beiträge von bwtv im Intranet der Armee abrufbar sein. Der Sender kauft Nachrichten bei der Agentur Reuters ein, hat mit dem Medien-Vertriebs- bzw. Verbreitungsunternehmen „Media Broadcast“ einen Vertrag über den Empfang und die Übertragung von Sendesignalen und vergibt bei Bedarf Filmaufträge an Unternehmen oder freie Journalisten.[5] Etwa 55 Prozent des Programms werden von der Bundeswehr selbst produziert. Dafür sind fünf Kamerateams im Einsatz, die zu zirka 25 Prozent auch für die Erstellung anderer audiovisueller-Produktionen arbeiten. Außerdem berichten fünf militärische und zivile Reporter für den Armee-Fernsehkanal. Daneben wirken elf Angehörige der Redaktion bwtv und vierzig Angehörige des Bereichs Audio-Visuelle-Produktion der Abteilung I des Streitkräfteamtes mit. Laut dem Magazin Stern soll der Probebetrieb 8,9 Millionen Euro jährlich kosten, bisher wurden weit über 50 Millionen Euro für bwtv ausgegeben, was rund 40 Prozent aller Medienausgaben der Bundeswehr ausmacht.[6] Die Kosten-Nutzen-Rechnung soll dabei miserabel ausfallen: „Die Qualität ist schlecht und die Zuschauerzahlen verschwindend gering. […] Wer das Bundeswehr-Fernsehen bwtv guckt, darf an die Glotze keine höheren Ansprüchen bezüglich Unterhaltung, Information und Wissenschaftlichkeit mitbringen“, urteilt Stern-Autor Hans Peter Schütz. Selbst in der Medienzentrale der Bundeswehr in Berlin soll über die insgesamt 120 bwtv-Mitarbeiter in Bonn nur selten ein gutes Wort zu hören sein, bwtv gilt als ein „verknöcherter, verstaubter Laden.“[7] Teilweise sollen beim Bundeswehr-Fernsehsender uralte Spielfilme gezeigt werden, so beispielsweise einer aus dem Jahr 1964 über die Wehrmacht 1944. Im Film wird behauptet, dass „überall bei den deutschen Soldaten Widerstandsgruppen gegen Hitler aktiv gewesen seien“, eine historisch völlig unhaltbare Behauptung. Die Wehrmacht marschierte damals immer noch voll für Hitler.[8] Mittlerweile soll sich die Qualität der gezeigten Spielfilme aber etwas verbessert haben – vor allem Hollywood-Produktionen laufen über die Bildschirme in den Militärliegenschaften.[9] Große Sportereignisse wie Herren-Fußball-Welt- und Europameisterschaften werden mithilfe öffentlich-rechtlicher TV-Stationen teilweise live in die Einsatzländer der Bundeswehr übertragen.[10]

Viele Soldaten können solche Highlights auf bwtv jedoch nicht sehen. Die Empfangbarkeit des „Unternehmensfernsehens“ soll schlecht sein: im Wehrbereichskommando I der Bundeswehr hätten die einfachen Soldaten meist keinen eigenen Fernseher auf der Stube, der Kanal werde höchstens von höherrangigen Militärs gesehen. Der Stern schreibt über die Empfangbarkeit des Senders weiter: „Bei den Soldaten auf dem Balkan läuft es oft auch nicht, weil die Decoder nicht funktionieren. Die Truppe dort schaut ohnehin lieber deutsche Profi-Sender, die wie RTL oder Sat.1 jederzeit zu empfangen sind. Bei den Soldaten am Horn von Afrika kommt nichts an. Kein Satellitenkontakt. In Afghanistan finden nur uralte James-Bond-Filme Zuschauer oder aber Sportsendungen. Die mitgeplante politische Information der Truppe findet nicht statt. Auf den Schiffen im Mittelmeer vor der libanesischen Küste kann auch nichts gesehen werden.“[11] Laut einem Gutachten des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr schauen gerade einmal 36 Prozent der Soldaten im Ausland gelegentlich Bundeswehr-TV.[12]

Fernsehen vom Regierungsstandpunkt

Da der Bundeswehr-Sender in der Führungsebene der Streitkräfte aber ein beliebtes Projekt sein soll – besonders beim schon zitierten ehemaligen Generalinspekteur Schneiderhan –, gibt es ihn bis heute. Rein theoretisch sollte der Sender auch für die Führung der Bundeswehr ein wichtiges Instrument sein. Die Bundesregierung gibt auf Bundestagsanfragen über bwtv immer wieder flammende Plädoyers für den Sender ab, beispielsweise in Drucksache 16/14094 aus dem Jahr 2009:

„Die Soldatinnen und Soldaten müssen über die politischen Hintergründe, sicherheitspolitischen Interessen und die daraus hervorgehende Notwendigkeit von Einsätzen der Bundeswehr rechtzeitig und angemessen informiert werden. Um die Ziele der politischen Bildung erreichen zu können, ist häufig die Betrachtung geschichtlicher Hintergründe erforderlich. Diese sollen den Soldaten und Soldatinnen die Entwicklung unseres demokratisch verfassten Gemeinwesens veranschaulichen und den Wert und die Bedeutung des Grundgesetzes aus den Erfahrungen deutscher Geschichte verdeutlichen. Aus dem Verständnis der Grundsätze unserer Verfassung sowie durch eine werteorientierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit werden Maßstäbe gewonnen, um politische Geschehnisse und Zusammenhänge der Gegenwart zu beurteilen und ein angemessenes Traditionsverständnis im Rahmen der gültigen Richtlinien zu entwickeln. Aufgabe der Truppeninformation ist es, Informationen dienstlich bereitzustellen, damit sich die Soldatinnen und Soldaten den Grundsätzen der Inneren Führung folgend eine eigene Meinung bilden und politisch mündig sowie auftragsgerecht handeln können. Für die Verbreitung der Inhalte der Informationsarbeit von BMVg und Bundeswehr durch bundeswehreigene Medien sind dem gegenwärtigen Stand der Technik entsprechend Druckerzeugnisse, audiovisuelle Medien, elektronische Medien und der Rundfunk notwendig. Bei ihrer Gestaltung und Anwendung ist sowohl dem gegebenen medialen Angebot Dritter als auch dem unterschiedlichen Mediennutzungsverhalten der verschiedenen Zielgruppen der Informationsarbeit innerhalb und außerhalb der Bundeswehr und den rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Dabei bedarf es auch eines audiovisuellen Bewegbildmediums, das exklusiv für Bundeswehrangehörige im Einsatz und unabhängig von der technischen Infrastruktur des jeweiligen Einsatzgebietes, angemessen zeitnah bis hin zu Live bei großer Reichweite und standortunabhängig, gleichzeitig und hierarchieübergreifend unter Nutzung aller Kommunikationsebenen authentische Informationen bereitstellt. Es muss zugleich für Maßnahmen der Betreuung geeignet sein und dem Anspruch der Soldaten und Soldatinnen nach bedarfsgerechten, glaubwürdigen, aktuellen, einfach und regelmäßig verfügbaren Informationen ebenso gerecht werden wie den Mediennutzungsgewohnheiten der Soldaten und Soldatinnen in den Einsatzgebieten entsprechen. Das audiovisuelle Medium ‚Fernsehen‘ erfüllt derzeit allein alle entsprechenden Anforderungen. In der Bundeswehr entspricht das im Probebetrieb befindliche ‚bwtv‘ grundsätzlich den Anforderungen an ein solches Medium.“[13]

Nicht nur der geringe Nutzen macht Bundeswehr-TV für Kritik anfällig. Warum brauchen die „Staatsbürger in Uniform“ eigentlich einen eigenen Fernsehsender? Können sie sich nicht wie jeder normale Staatsbürger informieren? „Zapp“, das kritische Medienmagazin des Norddeutschen Rundfunks, spielt in einem Beitrag über bwtv auf diesen Punkt an und weist gleichzeitig auf die Antwort hin: „Deutsche Tornados und Marine im NATO-Einsatz oder Totenkopf-Debatte in der Bundeswehr. Das sind Themen, die ‚Bundeswehr TV‘ ganz sicher mit anderem Blick betrachtet als ‚zivile‘ Sender.“[14] Ähnlich wie beim Pentagon-Channel geht es auch bei bwtv nicht um eine unabhängige Berichterstattung, sondern allein um die Sicht des Verteidigungsministeriums, denn: „bwtv ist als Medium der zentralen Truppeninformation Teil der Informationsarbeit der Bundeswehr“.[15] Das ausgestrahlte Fernsehprogramm ist ein Produkt der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr, der Abteilung I des Streitkräfteamtes. Die vertritt laut Auskunft der Bundesregierung allein „den Regierungsstandpunkt“.[16] Den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr könnte mithilfe von bwtv ein verzerrtes Bild öffentlicher politischer Debatten in der Bundesrepublik gezeigt werden, um die Moral aufrecht zu erhalten. Eine militärische Schein- und Parallelwelt könnte (zumindest in Auslandseinsätzen, in denen keine anderen deutschen Medien verfügbar sind) problemlos errichtet werden. Ob der Militärsender jemals die breite Öffentlichkeit mit regierungsgerechten Bildern aus Kriegsregionen beliefern wird, steht aber noch in den Sternen.

Bundeswehr-Fernsehen für die breite Masse

Einzelne von Soldaten produzierte Filmminuten wurden aber schon verwendet. So teilt die Bundeswehr-Zeitung aktuell am 15. März 2010 mit: „Ein ZDF-Reporter berichtet von einer Offensive in einer Unruhe-Provinz, an der neben afghanischen Sicherheitskräften auch Soldaten der Bundeswehr beteiligt sind. Es gibt Verwundete auf Seiten der Bundeswehr und Tote auf der anderen Seite. Die Bilder, die über den Sender laufen, zeigen Gefechte mit Aufständischen. Die Gefechtsbilder, die das ZDF exklusiv präsentiert, stammen aber nicht von einer TV-Kamera des Senders, sondern von einer des Einsatz-Kamera-Trupps (EKT) in Mazar-e-Sharif. Hauptmann Dirk D. und Hauptbootsmann Tilo W. – der eine Redakteur, der andere Medienproduktionsfeldwebel – haben die Gefechtssituation in bewegten Bilder festgehalten und dem ZDF zur Verfügung gestellt.“[17] Ob die Bilder beim ZDF mit der Quellenangabe „Bundeswehr“ ausgestrahlt wurden, kann nicht nachvollzogen werden. Offen bleibt auch, ob dass ZDF für die Bewegtbilder etwas zahlen musste oder ob sie – wie bei anderen militärischen Medienprodukten – kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Eigentliche Aufgabe der Einsatz-Kamera-Trupps, von denen die Bundeswehr gleich mehrere sehr gut ausgestattete besitzt, ist die Lageaufzeichnung für das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. Die Soldaten erstellen professionelle Videobeiträge aus den Einsatzländern, die via Satellit zur militärischen Leitung gesendet werden, damit diese sich so ein Bild von der Lage im Einsatzgebiet machen kann. Zudem produzieren die Soldaten seit 2008 wöchentlich ein „Einsatzvideo der Woche“, das frei zugänglich auf www.bundeswehr.de angesehen werden kann.[18] Wie viele Beiträge der Soldaten schon über zivile Fernsehsender liefen, ist unbekannt. Die EKT-Videos werden mittlerweile auch über den im August 2010 in Betrieb genommenen YouTube-Channel der Bundeswehr verbreitet.

Der YouTube-Channel der Armee könnte auch die Rettung für bwtv sein, denn auch der Bundeswehr-Fernsehsender produziert Beitrage für das Internetportal: „Wir wollen den Bürgern einen Einblick in die tägliche Arbeitswelt der Soldaten und zivilen Angestellten der Bundeswehr ermöglichen und zeigen, dass die Bundeswehr eine moderne, leistungsstarke und zukunftsorientierte Organisation ist, die als Arbeitgeber attraktive berufliche Chancen und Möglichkeiten bietet“, beschrieb Claudia Nussbauer, Leiterin des Bereichs Medien im Presse- und Informationsstab des Verteidigungsministeriums, die Ziele des Internet-Kanals bei seiner Inbetriebnahme.[19] Dementsprechend einseitig sind die Videos. Wirklich umfassende und kritische Kurzfilme von Vorfällen wie etwa dem Massaker von Kunduz 2009 findet man natürlich nicht. Es stellt sich die Frage, warum nicht auch der YouTube-Channel der Bundeswehr unter das Staatsfernsehen-Verbot fällt, wo dort doch Beiträge vom Staatsfernsehsender bwtv und von den Einsatz-Kamera-Trupps zu sehen sind. Bundeswehr-TV bekommt sogar extra Geld zur Erstellung von Filmen für den YouTube-Channel: für die Erstellung von zehn personalwerblichen Kurzfilmen für den YouTube-Channel bekam die Fernseheinheit 2011 (stand 28. März 2011) 25.000 Euro zur Verfügung gestellt.[20] Ob legal oder illegal, erfolgreich ist der Militärkanal: laut Bundeswehr ist ihr YouTube-Channel heute einer der 15 meistgesehenen in Deutschland und hat über 16.000 Abonnenten.

NATO-Channel: „PR mit der Haubitze“

Zurzeit hat die Bundesregierung noch ein anderes mediales Eisen im Feuer: nach dem Vorbild des Forsvars­kanalen, das seit 2006 ausgestrahlte Internetfernsehen der dänischen Armee, ging am 2. April 2008 der NATO-Channel auf Sendung. Der unter www.natochannel.tv zu findende Internetfernsehsender liefert laut Eigenangaben rund um die Uhr aktuelle Informationen über die NATO und deren Einsätze – vor allem aus Afghanistan. Bildmaterial wird auch zivilen TV-Stationen zur Verfügung gestellt und so Einfluss auf die Berichterstattung genommen, da natürlich überwiegend positiv und unkritisch berichtet wird. Die Zuschauer werden über die Herkunft des gesendeten Materials im Ungewissen gelassen.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) riet Journalistinnen und Journalisten davon ab, Filmmaterial des neuen Nato-Fernsehkanals für ihre eigenen Berichte zu übernehmen.[21] Es genüge „nicht den journalistischen Mindestanforderungen an Unabhängigkeit und Recherche“. „Natochannel.tv ist PR mit der Haubitze“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Der Informationsgehalt tendiert gegen Null. Stattdessen überwiegt Lobhudelei in eigener Sache.“ Der Journalisten-Verband forderte die NATO auf, akkreditierte Journalisten lieber zu unterstützen, statt Propaganda zu liefern. Sogar das Magazin Der Spiegel und die ARD-Tagesschau kritisierten die plumpe NATO-Propaganda.[22]

Die Bundesregierung hat bei der Gründung des NATO-Fernsehens direkt mitgewirkt, und zwar „durch einen Angehörigen der deutschen Vertretung beim Nordatlantikpakt“, als das Komitee für Öffentlichkeitsarbeit der NATO beschloss, ihren audiovisuellen Bereich entsprechend zu erweitern.[23] Der Hang zum Empfang durch die Regierung gesteuerter bewegter Militärbilder ist trotz Staatsfernsehen-Verbots also gegeben, wie weit er in Deutschland verwirklicht werden wird, ist allerdings noch nicht absehbar.

Anmerkungen

[1] Bundestags-Drucksache 16/1409

[2] Schmidt, Dietmar: Tagesaktuell, authentisch, direkt, in: aktuell – Zeitung für die Bundeswehr Nr. 15/2002.

[3] N. N.: bwtv – einfach glaubwürdig, in: aktuell – Zeitung für die Bundeswehr Nr. 37/2002.

[4] Graw, Ansgar: Bundeswehr macht Fernsehen, das keiner guckt, in: www.welt.de, 24. Mai 2008 – letzter Zugriff am 25. Juli 2011.

[5] Bundestags-Drucksache 16/9184, zitiert nach: Wagner, Thomas: Fabriziertes Vertrauen, in: junge Welt vom 4. April 2009.

[6] Schütz, Hans Peter: Millionen teures Gähn-TV für die Front, in: www.stern.de, 6. Juli 2008 – letzter Zugriff am 18. Februar 2010.

[7] Ebenda.

[8] Ebenda.

[9] Bundestags-Drucksache 16/14094.

[10] Buse, Dietmar: In Kundus rollt der Ball, in: aktuell – Zeitung für die Bundeswehr Nr. 21/2006.

[11] Schütz, Hans Peter: Millionen teures Gähn-TV für die Front, in: www.stern.de, 6. Juli 2008 – letzter Zugriff am 18. Februar 2010.

[12] Bulmahn, Thomas/Sender, Wolfgang: Nutzung und Bewertung des Bundeswehrfernsehens durch die Soldatinnen und Soldaten im Ausland. Gutachten 02/2007, Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr, Februar 2008.

[13] Bundestags-Drucksache 16/14094.

[14] N. N.. Uniformierte-Journalisten – Wie „Bundeswehr TV“ für Soldaten sendet, in: www.ndr.de/zapp, 14. Februar 2007 – letzter Zugriff am 18. Februar 2010.

[15] Bundestags-Drucksache 16/9184.

[16] Wagner, Thomas: Fabriziertes Vertrauen, in: junge Welt vom 4. April 2009.

[17] N. N.: In Bildern festgehalten, in: aktuell – Zeitung für die Bundeswehr Nr. 10/2010.

[18] Ebenda.

[19] Jaeck, Sylvia: Modern und transparent, in: aktuell – Zeitung für die Bundeswehr 30/2010.

[20] Bundestags-Drucksache 17/5637.

[21] Zörner, Hendrik: Natochannel.tv ist Propaganda, in: www.djv.de, 3. April 2008 – letzter Zugriff am 18. Februar 2010.

[22] Wagner, Thomas: Fabriziertes Vertrauen, in: junge Welt vom 4. April 2009.

[23] Bundestags-Drucksache 16/9184.

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