IMI-Standpunkt 2010/022

„Nachsorge“: Der permanente Krieg


von: Arno Neuber | Veröffentlicht am: 10. Juni 2010

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Schon im Mai hat „Verteidigungs“minister Guttenberg laut über Militäreinsätze der NATO in Afghanistan nach einem öffentlich verkündeten Abzug nachgedacht und dabei von „speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Kräften“ („Guttenberg: Einsätze in Afghanistan auch nach Abzug“, www.welt.de, 9.5.2010) gesprochen.

In einer Grundsatzrede an der Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr hat er nach Teilnehmer-Berichten erneut „Nachsorgeoptionen“ für Afghanistan ins Spiel gebracht, wenn dort „aus welchen Gründen auch immer ein Abzugsszenario entstehen mag“. Guttenberg sieht die Notwendigkeit für Bundeswehr und NATO auf lange Sicht in Afghanistan „gezielt punktuell eingreifen zu können“ (www.faz.net, 14.6.2010). Dafür sind Geheimdienst-Einsätze und Operationen von Spezialkräften angedacht.

Die USA planen bereits den Aufbau eines Hauptquartiers für den Einsatz von Spezialkommandos in Mazar-i-Sharif im Norden Afghanistans, das nach 2011 fertig sein soll.

Wie man sich eine militärische „Nachsorge“ vorstellen kann, hat Herfried Münkler, Vordenker des asymmetrischen Krieges, am 26. Januar in der Süddeutschen Zeitung beschrieben. Er nennt das die imperiale Beherrschung des Raumes, bei der die imperialen Mächte mit Drohnen und Marschflugkörpern ein Land in einem permanenten Kriegszustand halten.

„Ein dauerhafter Frieden ist gar nicht das Ziel, (…) die Ausbeutung von Rohstoffen ist auch so möglich (…) Man kann auch Geld für private military companies wie Blackwater ausgeben. Man investiert in frühere Elitesoldaten von der SAS oder auch der KSK und daneben gibt es das billige Fußvolk für Transport, Logistik oder um Gebäude zu sichern (…) Die Söldner kommen aus Pakistan, Bangladesch, von den Philippinen oder aus Afrika.“

Ähnliche Artikel