Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2009
 


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20.11.2009


IMI-Mitteilung


Arming Africa – Neokoloniales Krisenmanagement


Vorveranstaltung zum IMI-Kongress 2009


Foto:
Freitag, 20.11.2009 ab 19:00 Uhr in der Hausbar der Schellingstrasse 6.

Aus europäischer Sicht befindet sich Afrika in einer Dauerkrise. Die von der UNO formulierten Ziele, extreme Armut und Hunger auch auf diesem Kontinent zu halbieren, flächendeckende Grundschulbildung einzuführen, die Säuglingssterblichkeit drastisch zu reduzieren und die Lebenserwartung deutlich zu steigern, wurde de facto längst aufgegeben. Für viele Länder in Afrika bestehen nichteinmal entsprechende Indikatoren oder sind diese Rückläufig. Nie zuvor haben laut einer Statistik der Welternährungsorganisation FAO mehr Menschen an Hunger gelitten, als im letzten Jahr, der Anteil der Unterernährten ist in Afrika höher als sonst irgendwo auf der Welt.

Da die strukturellen Ursachen dieser Dauerkrise nicht zur Diskussion stehen, richtet man sich auf deren kontinuierliches Management ein. Anstatt der Ursachen werden diejenigen Symptome bekämpft, die als Bedrohung für den globalen Norden wahrgenommen werden: periodisch aufflammende Gewaltkonflikte, Kriminalität, unkontrollierte Migrationen. Die verarmte Bevölkerung selbst gilt als Risiko und ihre Befriedung als Voraussetzung für jeglichen Fortschritt. Die durch Armut, Entwurzelung, Umweltzerstörung und Ausbeutung verursachten Konflikte sollen kontinuierlich stabilisiert werden, indem Armeen und Polizeikräfte afrikanischer Staaten und Regionalorganisationen unter Anleitung und Aufsicht der OECD-Welt aufgebaut und ausgerüstet und von den Kommandohügeln der Global Governance in den Einsatz geschickt werden. Für besonders kritische Situationen, in denen vitale Interessen westlicher Akteure auf dem Spiel stehen, hält die EU u.a. eigene Battlegroups bereit, auch die US-amerikanische Marine umschifft den Kontinent regelmäßig. Für die alltägliche Stabilisierung alltäglicher Armutskonflikte soll jedoch auf „Boots on the Ground“ zurückgegriffen werden. „Local Ownership“ heißt das dann.

Jonna Schürkes, Kevin Gurka und Christoph Marischka werden versuchen, die Stabilisierungsbemühungen des globalen Nordens in Afrika grafisch zu veranschaulichen und damit den IMI-Kongress 2009 mit dem Titel „Krisenmanagement – Sicherheitsarchitekturen im globalen Ausnahmezustand“ im Keller der Schellingstrasse 6 eröffnen. Der Bildvortrag beginnt um 20:30, davor gibt es vegetarische VoKü, anschließend Kneipe.

Mehr zum IMI-Kongress 2009:
http://imi-online.de/2009.php?id=2016

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