IMI-Standpunkt 2008/030

Der Lissabonner Vertrag: Rückgrat für die forcierte Militarisierung der Europäischen Union – Es bleibt beim NEIN zum Lissabonner Vertrag


von: Tobias Pflüger | Veröffentlicht am: 25. April 2008

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Heute hat der Bundestag über den Lissabonner Vertrag debattiert und abgestimmt. Erwartungsgemäss wurde er mit deutlicher Mehrheit gebilligt.

Durch den Lissabonner Vertrag werden wesentliche Neuerungen im Bereich der EU-Militärpolitik in Gang gesetzt: Durch den Mechanismus der neu eingeführten „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ wird ein militärisches Kerneuropa ermöglicht. Denn an ihr dürfen nur EU-Mitglieder teilnehmen, die sich an den wichtigsten Aufrüstungsprogrammen beteiligen und Truppen zur Verfügung stellen. Auch die institutionelle Zusammenarbeit zwischen EU und NATO im militärischen Bereich wird primärrechtlich abgesichert.

Der Lissabonner Vertrag bestimmt, dass Truppen von EU-Mitgliedstaaten für weltweite Militär- und Kampfeinsätze zur Verfügung stehen müssen. Er schreibt den Mitgliedsstaaten vor, ihre Militärausgaben zu erhöhen und räumt weder dem Europäischen Parlament noch dem Europäischen Gerichtshof Mitentscheidungsrechte in außen- und militärpolitischen Fragen ein. Darüber hinaus eröffnet er auch noch die Option für Militäreinsätze innerhalb der Europäischen Union („Solidaritätsklausel“).

Der Lissabonner Vertrag wird die EU zu einer Militärunion machen. Die Veränderungen im Militärbereich bilden so etwas wie das Rückgrat des Lissabonner Vertrages. Deshalb muss der Lissabonner Vertrag noch verhindert werden. Die Chance dazu liegt in Irland beim dortigen Referendum. Die progressiven Nein-Kräfte werden wir nun mit aller Kraft unterstützen.

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