IMI-Standpunkt 2008/021

KSK: Kritikerbashing und das „heilige Deutschland“


von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 25. März 2008

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Dass der bundeswehrkritische Oberstleutnant Jürgen Rose vielen seiner Kollegen ein Dorn im Auge ist, dürfte nicht weiter verwundern. Wie fanatisiert aber manche Mitglieder der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) sind, offenbarte eine an Rose adressierte e-mail, die unlängst in Auszügen bei Spiegel Online (22.03.2008) veröffentlicht wurde, in erschreckender Deutlichkeit.

Mit üblen Hasstiraden beschimpfte der KSK-Hauptmann Daniel K. den kritischen Bundeswehrler: „Ich beurteile Sie als Feind im Inneren und werde mein Handeln danach ausrichten, diesen Feind im Schwerpunkt zu zerschlagen. […] Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.“ Den Vogel schoss der KSK-Hauptmann aber mit seinem Schlusssatz ab, mit dem er abermals untermauerte, dass rechtsextremes Gedankengut in der Elitetruppe keinen Einzelfall, sondern eher die Regel darzustellen scheint: „Es lebe das heilige Deutschland.“

Der eigentliche Skandal besteht aber darin, dass gegenüber Daniel K. für derlei Aussagen lediglich „eine einfache Disziplinarmaßnahme“ verhängt worden ist. Was auch immer das genau ist – richtigerweise darf eine konkrete Aussage darüber nicht gemacht werden -, die Bundeswehr macht es sich hiermit einmal mehr sehr „einfach“ über rechtsextreme Tendenzen innerhalb der Truppe mehr oder minder stillschweigend hinwegzusehen, anstatt solche Personen einfach zu feuern.

Ähnliche Artikel