IMI-Mitteilung

„Querschnitt“ zur DR Congo online


von: Informationsstelle Militarisierung | Veröffentlicht am: 27. März 2007

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Am 22.03.2007 brachen erneut Gefechte in der Demokratischen Republik Congo (DRC) aus, in deren Verlauf etwa 60 Menschen, darunter rund 40 Militärs, getötet und fast 100 verletzt wurden. Aus bisher ungeklärten Gründen schwärmten die Milizen Bembas in den Sadtteil Gombe aus, das Zentrum der internationalen, politischen und wirtschaftlichen Elite. Die Polizei eröffnete das Feuer, innerhalb von zwei Tagen konnte die offizielle kongolesische Armee das Stadtzentrum wieder einnehmen. Von beiden Seiten kam es dort zu Plünderungen, die Kämpfe verlagerten sich anschließend in die umliegenden Stadtteile, als Bembas Milizen in die Armenviertel flohen, wo sie großen Rückhalt haben.

Gegen Oppositionsführer Bemba wurde zugleich ein Haftbefehl erlassen, er floh in die Südafrikanische Botschaft. Die MONUC griff nicht militärisch ein, evakuierte aber Geschäftleute und Mitglieder internationaler Organisationen. Nach verstärkten Auseinandersetzungen im November im Osten des Landes und im Januar im Westen, scheint der Krieg nun auch in der Hauptstadt angekommen zu sein.

Dessen ungeachtet wertete die Europäische Union Ende Februar ihren Einsatz 2006 in der Hauptstadt jedoch als vollen Erfolg: „Mit der Operation EUFOR RD CONGO hat die EU ihre Handlungsfähigkeit als globaler Sicherheitsakteur unter Beweis gestellt. … EUFOR RD CONGO ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP)“. Über die Situation in der DRC verliert die erste Evaluation des Kongoeinsatzes kein Wort:
http://www.imi-online.de/2007.php3?id=1510

Die Hintergründe zum Einsatz können unserem neuen „Querschnitt DR Congo“ entnommen werden. Dieser enthält alle Texte der Informationsstelle Militarisierung zur DRC seit 2005:
http://www.imi-online.de/download/CongoQuer.pdf

Wir werden zukünftig Querschnitte zu weiteren Themen und Regionen erstellen, um die Übersichtlichkeit unserer Veröffentlichungen zu erhöhen und Hintergrundinformationen kompakt anzubieten.

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