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Proteste gegen die Bundeswehr-Werbeshow am Kölner Arbeistamt


von: | Veröffentlicht am: 29. Januar 2007

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30 BundeswehrgegnerInnen erwarteten am 25. Januar vor dem Kölner Arbeitsamt in der Luxemburger Straße SchülerInnen und Arbeitslose, die sich von der Werbung der Bundeswehr haben anlocken lassen. Nach der Schlappe vom November letzten Jahres hat der Wehrdienstberater nun erstmals zu seinem (zukünftig monatlichen) Veranstaltungs- und Beratungstermin ins Berufsinformationszentrum geladen. Doch bevor es zu Werbefilmchen und lockerem Plausch über Teamfähigkeit in erlebnisreichen Arbeitsfeldern bei „anständiger“ Bezahlung ging, mussten sich die potenziellen RekrutInnen draußen der Musterung der AntimilitaristInnen unterziehen. Ein Bewerbungs-Sofortbild mit Knochen und Totenkopf vor einer Bergkulisse in Afghanistan sowie ein Fragebogen gehörten zum antimilitaristischen Vorab-Prozedere.

Im Berufsinformationszentrum versperrten bewaffnete Militärbullen den Eingang zum Gruppenraum 4, in dem der Wehrdienstberater kleine Gruppen von SchülerInnen aber auch AlG-II EmpfängerInnen anzuwerben versuchte. Die KriegsgegnerInnen mussten sich damit begnügen, vor dem Saal mörderischen Lärm zu machen. Die nicht-militärische Polizei blieb ordnungspartnerschaftlich im Hintergrund.

Der zunehmende Druck für Erwerbslose, jeden noch so beschissenen Job annehmen zu müssen, lockt die Bundeswehr, zunehmend offensiv für den „Job“ der SoldatIn zu werben. Pikant dabei, dass dies offenbar in noch engerer Kooperation mit der ARGE geschieht: Vier der (zunächst) am Bundeswehr“job“ interessierten Arbeitslosen waren über ihre U25-Maßnahme an der ARGE verpflichtet! an dieser Bundeswehr-Werbeshow teilzunehmen.

Und wie bewertet die Bundeswehr selbst die Suche nach Kanonenfutter?
Der Generalinspekteur der Bundeswehr Schneierhan äußerte Ende letzten Jahres in der Zeitschrift Wehrtechnik (WT 4/06) zur aktuellen Rekrutenbeschaffung: „Die derzeitige Bewerberlage ist ausgesprochen erfreulich. Auch die Bedarfsdeckung gelingt und überdurchschnittlich gut (…) Dessen ungeachtet ist die demografische Entwicklung zweifellos eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. Der Rückgang des Potenzials an jungen Berufseinsteigern wird die Streitkräfte und die Bundeswehr insgesamt in einen herausfordernden Wettbewerb mit der Wirtschaft, aber auch mit Nachfragern aus dem Bereich des öffentlichen Dienstes führen. Hier gilt es (…), den eingeleiteten Ausbau der Bildungs- und Weiterbildungsangebote zum einen öffentlichkeitswirksam darzustellen und zum anderen diese Angebote mittel- und langfristig auszubauen. Darüber hinaus wird langfristig aber auch über neue Modelle der Kooperation und des Austausches mit der Wirtschaft nachzudenken sein. Hierbei gilt es, den Unternehmen den Nutzwert einer soldatischen/militärischen Ausbildung für eine Tätigkeit in der Wirtschaft anschaulich darzustellen.“

Daher bleibt es notwendig, die Bundeswehr in ihrem Streben nach mehr gesellschaftlicher Akzeptanz verbunden mit ihrer Selbstinszenierung im öffentlichen Raum zurückzudrängen und sie eben genau dort anzugreifen. Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch ertragen.

Liebe Grüße
Bundeswehr-Wegtreten

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