IMI-Standpunkt 2006/077

Solidarität mit Agustín Aguayo


von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 10. Oktober 2006

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Während die militärische Lage in Afghanistan und im Irak zunehmend eskaliert haben die Vereinigten Staaten nicht nur enorme Probleme an Rekruten zu gelangen, ihnen laufen auch buchstäblich die Leute weg. Nach Angaben der „Air Force Times“ (5. Juli 2006), räumte das Pentagon ein, dass seit dem Jahr 2000 etwa 40.000 Soldaten desertiert seien. In Deutschland machte dabei jüngst vor allem der Fall von Agustín Aguayo Schlagzeilen.

Aguayo, dessen vor über 2 Jahren gestellter Antrag auf Kriegsdienstverweigerung von der Armee abgelehnt worden war, sollte am 2. September erneut in den Irak verlegt werden, woraufhin er sich dazu entschloss, sich von seiner Einheit in Schweinfurt zu entfernen. Hierzu war er gezwungen, da die Armee trotz seiner Bereitschaft lieber ins Gefängnis als in den Irak zu gehen, darauf bestand, ihn mit der Einheit zu verlegen – im Zweifel auch in Handschellen. Er erklärte: „Mit meiner Kriegsdienstverweigerung verweigere ich alle Formen und Aspekte des Krieges. Ich will mir selbst treu bleiben und verweigere daher einen erneuten Einsatz im Irak. Selbst wenn ich jetzt dort Küchendienst machen sollte oder Toiletten säubere, würde ich immer noch den Militäreinsatz unterstützen, den ich ablehne.“

Agustín Aguayo stellte sich am 26. September und ist derzeit in der Coleman-Kaserne in Mannheim inhaftiert. Er ist der erste öffentlich bekannte Fall eines in Deutschland stationierten US-Soldaten, der seine Verlegung in den Irak verweigert. Es steht zu hoffen, dass noch weitere hinzukommen werden.

Rechtshilfefonds: Für die anwaltliche Vertretung bittet die Familie um Spenden. Weitere Informationen dazu sind zu finden unter http://www.aguayodefense.org

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