Geburtstagsfest: 10 Jahre IMI, 5. März 2006

von: 5. März 2006

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16.00 Uhr – Sektempfang mit Johannes Becker im IMI-Büro Sudhaus
20.00 Uhr – Günes Theater: Krieger im Großen Saal

Die 1996 als Verein gegründete Informationsstelle Militarisierung hat in den vergangenen 10 Jahren tausende von Publikationen veröffentlicht, die samt und sonders um die Themen Krieg, Frieden und Militarisierung kreisen. IMI-Referent/innen/en waren auf hunderten Bildungsveranstaltungen von regionalen Foren bis zu internationalen Kongressen präsent. Die IMI-Website ist zu einer festen Adresse für all die geworden, die mit dem Einerlei kommerzieller Medienberichterstattung nicht zufrieden sind oder die es eben „etwas genauer“ wissen wollen.

IMI ist überall dort präsent, wo Argumente und Argumentationen nachgefragt werden – wo der Widerstand gegen die Militarisierung der Gesellschaft mit Aufklärung unterfüttert werden muss.

Lag der Fokus unserer Arbeit zu Beginn auf dem weiten und häufig missachteten Feld der Bundeswehr und ihrer Einbettung in die „Sicherheitsstrukturen“ und „Sicherheitskonzepte“ verschiedener Bundesregierungen, so hat sich der Fokus in den letzten Jahren geweitet und berücksichtigt die Auswirkungen westlicher Sicherheitspolitik in Krisenregionen weltweit. Dabei wäre die Arbeit zum NATO-Angriffskrieg auf Jugoslawien, zu Krisenregionen in Afrika, wie aber auch unsere Analyse der us-amerikanischen Sicherheitspolitik ebenso hervorzuheben, wie Analysen zum Nahen und Mittleren Osten.

IMI engagiert sich bereits seit Jahren in der Redaktion und Vorstand von Wissenschaft und Frieden, der größten friedenswissenschaftlichen Zeitschrift Deutschlands. IMI selbst gibt nun schon im vierten Jahr das Infomagazin AUSDRUCK heraus, das Analysen und Berichte enthält, die in der täglichen Arbeit bei IMI entstehen.
Bekannt ist IMI auch für den jährlichen Kongress im November. Hier zeigt sich besonders, dass eine Struktur wie IMI in der Lage ist, zeitnah Strömungen und Diskussionen aufzugreifen, neue Themen kritisch zu erschließen und mit Argumenten zu unterfüttern.

Der Kongress im Jahr 2005 mit dem Thema „Friedliche Kriege – die Zivilisierung des Militärischen oder die Militarisierung des Zivilen“ problematisierte beispielsweise die zunehmende zivil-militärische Verflechtung.

10 Jahre erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit zwischen Friedensbewegung und Wissenschaft haben IMI geprägt und entwickelt. 10 Jahre IMI sind ein Anlaß, sich in der Retrospektive mit der geleisteten Arbeit auseinander zu setzen, sind aber auch ein Anlaß, in die Zukunft zu schauen und neue Themen zu erkennen. 10 Jahre IMI sind aber vor allem ein Anlaß, ausgiebig zu feiern!
Damit wir all das schaffen, haben wir sowohl einen inhaltlichen Vortrag vorgenommen, wie auch Diskussion mit Freunden und Förderern von IMI. Es beginnt mit einem Vortrag von PD Dr. Johannes Becker (Koordinator am Marburger Zentrum für Konflikforschung) der mit seiner Laudatio im IMI Büro den Sektempfang zum Geburtstag einläutet.
Bis zum Beginn des Theaterstücks sollte dann noch genug Zeit für Diskussionen, Gespräche und geselligem Zusammensein. Für das Theater haben wir das Frankfurter Günes Theater eingeladen, die ihr aktuelles Stück “Krieger” aufführen werden (siehe unten).
Wir laden alle Mitglieder, Förderer und Freunde von IMI herzlich ein, den Geburtstag mit uns zu feiern und freuen uns auf Euer Kommen.

Der Vorstand
Claudia Haydt, Jürgen Wagner, Tobias Pflüger, Andreas Seifert

Die Veranstaltung findet statt im Sudhaus in Tübingen
(Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen)

Günes Theater

Krieger – Ein Verdrängungsspiel

Vier Mitglieder einer Spezialeinheit aus drei Ländern, die unterschiedliche Sprachen (deutsch, englisch und türkisch) sprechen, haben im Kriegseinsatz den Kontakt zu ihrer Basis verloren. Sie befinden sich an einem isolierten Ort in einem leeren Land.
Der Captain der Gruppe liegt leblos am Boden, von Mary gepflegt und bemuttert. George versucht das Funkgerät zu reparieren. Atakan sammelt und hortet Utensilien.
Wie geht es weiter? Was ist mit ihrem Auftrag? Gelten die Befehle und Richtlinien des Offiziers noch? Die Ressourcen sind endlich. Ist es besser, nichts zu tun und auf Rettung zu hoffen oder auszubrechen und Rettung zu suchen?
Die Antwort suchen sie im Spiel. Kindliche und gesellschaftliche Spiele um Anerkennung, Macht und Einfluss dienen als Vorlage. Die Realität wird mehr und mehr verdrängt und erscheint als Spiel mit Reset-Knopf, als kitzliges Experiment mit dem Game-Over. Obwohl die Videoeinspielungen immer deutlicher werden, mutieren die Akteure zu clownesken Figuren, gefangen in ihrer Angst, ihrer Eitelkeit, ihrem Egoismus.
Das seit 1991 bestehende Günes Theater versteht sich als transnationales Kollektiv und entwickelt seine Stücke mit den Schauspielern aus der Probenarbeit heraus. In ihrer düsteren Parabel stellen sie das Spiel als mächtige gesellschaftsbildende Kraft dar, die disfunktional und abgehoben die Realitätsflucht antreibt. Augenzwinkernde Seitenhiebe auf kulturelle Stereotypen und Klischees bleiben nicht aus, haarsträubende Absurditäten werden genüsslich zelebriert.
Das Günes Theater, das sich in Frankfurt etabliert hat, zeigte 2002 sein viel-beachtetes Stück
»Das Testament« über Leben und Werk des anatolischen Literaten Nazim Hikmet.

Spielende:Cüneyt Sezer, Christine Gocht, Kemal Dincer, Müjdat Albak Konzept, Bühne: Frank Reineke Lichttechnik: Özcan Salman
Inszenierung: Tülay Yongaci, Müjdat Albak

Das Theater wird gefördert durch das Amt für multikulturelle Angelegenheiten und das Amt für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt am Main

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