Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2006
 


Sie sind hier:

Jahr: 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998
Monat: 123456789101112alle Monate



Drucklayout

22.3.2006


IMI-Standpunkt 2006/019


Kongo-Militäreinsatz der EU ablehnen




Die Planungen für einen Kongo-Militäreinsatz der EU müssen sofort beendet werden. Bei der Entsendung der EU-Soldaten geht es in erster Linie darum, ein autoritäres Regime zu stützen und die militärische Interventionsfähigkeit der EU zu beweisen. Erklärungen, wie vom deutschen Verteidigungsminister Jung, der Einsatz diene zur Sicherung der Interessen der deutschen Wirtschaft und zur Verteidigung gegenüber Flüchtlingen, sind skandalös und dienen nur dazu den Einsatz in der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Es kann nicht angehen, dass französische und belgische Interventionspolitik in Afrika jetzt unter der Europaflagge weitergeführt wird. Afrika braucht keine europäische Kanonenbootpolitik.

Schon jetzt wird der geplante EU-Militäreinsatz von vielen zu Recht als Unterstützung des autoritär regierenden Präsidenten Kabila und seiner War-Lord-Regierung und als gegen die Bevölkerung gerichtet angesehen. Dazu passt, dass den von der EU ausgebildeten kongolesischen Sicherheitskräften zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Der vorliegende gemeinsame Entschließungsantrag von Konservativen, Sozialdemokraten, Liberalen und Rechtsnationalen im Europaparlament zur EU-Militärintervention im Kongo beinhaltet keine Beschränkung der Truppen auf Kinshasa. Im Antrag, der morgen im Plenum zur Abstimmung steht, heißt es: "Der geographische Umfang des EU-Mandats muss sich nach dem Umfang der verfügbaren Truppen, den Sicherheitserfordernissen und den operativen Anforderungen der Mission richten." Damit ist noch nicht einmal eine räumliche Eingrenzung des Einsatzes gegeben. Als Ziel des Einsatzes wird ausdrücklich die "Abschreckung möglicher Störer" bei den Wahlen genannt. Dazu wird der Rat aufgefordert "ein eindeutiges Konzept ... ausarbeiten, wie die erforderlichen Kräfte von Militär oder Polizei oder auch Gendarmerie aufgestellt werden können". Gegen diese abenteuerlichen Forderungen hat meine Fraktion einen eigenen Antrag gestellt, in dem der Einsatz ganz klar abgelehnt wird. Eine zivile Unterstützung der Wahlen und eine EU-WahlbeobachterInnenmission im Kongo wären dagegen zu befürworten. Um die Positionen zum EU-Militäreinsatz durch die Europaabgeordneten für die Öffentlichkeit transparent zu machen, hat meine Fraktion namentliche Abstimmung beantragt. Die Anträge der Fraktionen können auf meiner Webseite nachgelesen werden.


Tobias Pflüger





Antimilitarismus braucht Analysen! IMI unterstützen - Mitglied werden!












  Hechingerstr. 203
72072 Tübingen
Tel: 07071/49154
Fax: 07071/49159
imi@imi-online.de
www.imi-online.de


PUBLIKATIONEN
standpunkte
analysen
studien
presseberichte
mailingliste
ausdruck
bücher
sonderseiten

TERMINE

REFERENTiNNEN

ARCHIV

VEREIN




SUCHE




IMPRESSUM