Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2006
 


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20.3.2006


Pressebericht - in: Schwäbisches Tagblatt, 20.03.2006


Präventiv demonstriert


Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Bomben werfen



"Grün du noch oder Linke du schon?“, fragte ein Plakat gezielt radebrechend. Rote Fahnen flatterten, ein Sprechchor ließ die internationale Solidarität hoch leben. Ein weiteres Transparent wollte die Bundeswehr entwaffnen, US-Präsident Bush und Verteidigungsminister Rumsfeld wurden als „Mörder“ und „Terrorist“ tituliert. Zum dritten Jahrestag des US-Einmarschs in den Irak warnte am Samstag eine T ü b i n g e r Demonstration vor einem Krieg im Iran. Aufgerufen hatten neben Tübinger und Reutlinger Friedensgruppen auch Attac und linke Bündnisse. „Wir sind die antiimperialistische Befreiungsfront“, juxte ein Radfahrer.

Anfangs waren mehr Polizisten als Demonstranten da, schließlich zogen an die hundert Leute durch Altstadtgassen zum Holzmarkt. Dort sahen sie sich mit Wahlkampf-Ständen von SPD und FDP konfrontiert, eine zusätzliche Barriere stellte ein Zuliefer-Lastwagen dar. „Fünf, vier, drei, zwei, eins“, dann stürmte der Zug die Stiftsfkirchentreppen. „Die Eskalation zum Atomstreit scheint beschlossene Sache“, glaubte eine sozialistische Jugend-Sprecherin.

Johannes Plotzki von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) mahnte, der Krieg im Irak habe seit 1991 mehreren zehntausenden Unschuldigen das Leben gekostet: „Die Durchsetzung neoliberaler Ordnungspolitik mit militärischen Mitteln.“ Alleiniges Interesse sei die Sicherung von Rohstoff-Reserven und Transportwegen. Er nannte die Hetze gegen Israel des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad Besorgnis erregend. Doch im iranischen Atomprogramm würden Pläne neu aufgelegt, die schon Ende der 1950er-Jahre mit den USA abgesprochen worden seien. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Bomben werfen“, so der IMI-Sprecher. Die Drohung des französischen Präsidente Jacques Chirac, gegen den Iran Atomwaffen einzusetzen, gefährde den Weltfrieden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle „alle Mittel von freundlichen Worten bis zu Marschflugkörpern“ einsetzen. „Es besteht reale Kriegsgefahr, speziell durch das Agieren der deutschen Regierung.“ Deutschland dürfe sich an einem Militäreinsatz weder beteiligen noch ihn unterstützen./mre


IMI / Schwäbisches Tagblatt / mre





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