IMI-Standpunkt 2005/069

Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) bei Magdeburg als wichtiger Baustein deutscher Militäreinsätze

EU-Parlamentarier startet Rundreise zu kriegsrelevanten Militärstandorten in Deutschland

von: Tobias Pflüger | Veröffentlicht am: 2. November 2005

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Gestern besuchte Tobias Pflüger (MdEP, IMI) das Gefechtsübungszentrum Heer (GÜZ) in Letzlingen bei Magdeburg. Begleitet wurde Tobias Pflüger bei diesem ersten Informationsbesuch auf der Rundreise zu verschiedenen für die deutschen Auslandseinsätze relevanten Standorte von Helmut Adolf (Bürgerinitiative OFFENe HEIDe) und Gudrun Tiedge (stellvertretende Landesvorsitzende der Linkspartei.PDS in Sachsen-Anhalt).

Hier werden die Bundeswehrsoldaten unmittelbar auf laufende Militäreinsätze darunter auch alle zukünftigen Interventionskriege vorbereitet. Das Gefechtsübungszentrum ist für viele Soldaten die letzte Station vor dem Auslandseinsatz. Im GÜZ wird die gesamte Palette von Auslandseinsätzen der Bundeswehr geübt, auch z.B. Einsätze des Kommando Spezialkräfte.

Die mit Oberst Krippl, Leiter des Gefechtsübungszentrums, geführten Gespräche bestätigten dem Europaabgeordneten, dass gerade das Gefechtsübungszentrum in der Nähe Magdeburgs eine entscheidende Bedeutung für die Kampfeinsätze der deutschen Kontingente im Rahmen von EUFOR, ISAF und Nato Response Forces (NRF), sowie den EU-Battle-Groups im Ausland besitzt.

Schon heute üben im GÜZ auch Truppen anderer Staaten, z.B. Niederländer. In Zukunft wird der Anteil übender nichtdeutscher Truppen im GÜZ zunehmen, da sowohl innerhalb der NATO Response Force (NRF) als auch innerhalb der EU Battle Groups eine enge Verzahnung mit den jeweiligen Bündnistruppen vorgesehen ist, und ein alleiniges Üben der deutschen Anteile – militärisch immanent gesehen – keinen Sinn macht.

Hier in der Colbitz-Letzlinger Heide lässt sich am Gefechtsübungszentrum außerdem unverkennbar die zivil-militärische Zusammenarbeit beobachten, die Deutschland seit dem Jahr 2000 Jahren verfolgt. Auf dem modernsten Gefechtsübungszentrum Europas hat das Privatunternehmen „Serco GmbH & Co. KG“, in Kooperation mit der schwedischen SAAB Training Systems AB das Gesamtmanagement, den kompletten Betrieb, sowie die Betreuung vorerst bis zum Jahr 2008 übernommen. Die Serco GmbH & Co. KG ist zu 100 % ein Tochterunternehmen der britischen „Serco plc“.

Die Bundeswehr hat im Rahmen der Privatisierung bereits vieles outgesourct.Dass nun aber auch noch so ein sensibler Bereich wie die Verwaltung scharfer Waffen in die Hände von Privaten gegeben wird, ist äußerst bedenklich.

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