IMI-Standpunkt 2005/061

EU-Satellitenzentrum als weiterer Baustein der EU-Militarisierung


von: Tobias Pflüger | Veröffentlicht am: 22. September 2005

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Auf der Delegationsreise des Unterausschuss Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments konnten sich die beiden Europaabgeordneten Pflüger und Meyer-Pleite von der eindeutig militärischen Komponente des Satelliten-Zentrums in unmittelbarer Nachbarschaft zu Madrid überzeugen.

Nach Beendigung der Delegationsreise zum Satellitenzentrum der Europäischen Union (EUSC) im spanischen Torrejon, bestätigen die beiden Mitglieder der Linksfraktion (GUE/NGL) im Europäischen Parlament, Tobias Pflüger und Willy Meyer-Pleite (Vereinigte Linke Spanien) dass es sich dabei auch um einen weiteren Baustein der EU-Militarisierung handelt.

Durch die immer wichtiger werdende satellitengestützte Fernaufklärung und Kriegsführung spielt das Satellitenzentrum in Torrejon sowohl für die zukünftige Kriege der Europäischen Union, als auch deren Beteiligung an Kriegen der NATO eine zentrale Rolle. Das am 1. Januar 2002 in Betrieb genommene EU-Satelliten-Zentrum besitzt in der Militärstrategie der Union eine zentrale Funktion. Schon heute werden Satellitenbilder z.B. von Nordkorea und dem Iran genau analysiert. Die Militär- und Polizeieinsätze der EU in Bosnien, im Kongo und im Sudan werden „intensiv begleitet“ durch das Satellitenzentrum bei Madrid. Mit dem EU-Satellitenzentrum, wird der EU künftig verstärkt die Rolle zukommen, im Bereich der Aufklärung ihre Fähigkeiten zur Bildauswertung auch für weitere Kriege der NATO anzubieten. Der Besuch im Satellitenzentrum hat gezeigt, wie weit die Militarisierung der EU schon fortgeschritten ist, eine Umkehr ist dringend erforderlich.

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