Pressebericht - in: junge Welt vom 29.01.2005

Lehren aus Vietnam

»Gegen Krieg und Imperialismus«: Veranstaltung des Weltfriedensrates auf dem fünften Weltsozialforum. Diskussion auf breitem Podium

von: Wolfgang Pomrehn, Porto Alegre / Pressebericht / Dokumentation / junge Welt | Veröffentlicht am: 30. Januar 2005

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»Wir haben kein Interesse an Krieg und Tod, wir wollen nur Frieden und Gerechtigkeit.« Mit eindringlichen Worten warb Musa Omar Odeh am Donnerstag (Ortszeit) auf dem fünften Weltsozialforum in Porto Alegre für die Solidarität mit den Palästinensern. Als Botschafter der Autonomiebehörde in Brasilien nutzte er das Podium der Veranstaltung »Gegen Krieg und Imperialismus« mit seinen vielleicht tausend Teilnehmern. Organisiert von Weltfriedensrat in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Zentrum für die Solidarität der Völker hatte ein breites Bündnis linker Friedensorganisationen von allen fünf Kontinenten eingeladen – viele von ihnen den traditionellen kommunistischen Parteien nahestehend.

Auf dem Podium präsentierten sich Antikriegskräfte aus aller Welt, aus Argentinien, Indien, Japan, Honduras, Kuba, den USA, Israel, Italien, Spanien, Vietnam, der Volksrepublik China – auch verschiedene irakische Organisationen waren vertreten. Verwiesen wurde auf den Zusammenhang zwischen ökonomischer Globalisierung und Gewalt: Die Kämpfe gegen Freihandel und Krieg müßten Hand in Hand gehen, meinte zum Beispiel Alfio Nicotra vom Italienischen Friedenskomitee.

Mit Spannung wurden die Beiträge aus China, Kuba und Vietnam erwartet. You Niggae von der Chinesischen Volksunion für Frieden und Abrüstung erklärte, daß Chinas Friedenspolitik vor allem auf seinem wirtschaftlichen Aufstieg beruhe. Dabei vermied der Redner jeden Bezug auf den Sozialismus. Ri

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cardo Alarcon, Präsident der kubanischen Nationalversammlung, prangerte indes vor allem die Einmischung der USA in Kuba an und betonte den Kampf um die Verteidigung der nationalen Souveränität. Er verdeutlichte, welche sozialen Konsequenzen es hätte, wenn Kuba den US-Forderungen nach freiem Unternehmertum nachgeben würde. Tran Duc Loi von der Union der vietnamesischen Freundschaftsorganisationen wies auf die ökonomischen Hintergründe des Imperialismus hin und betonte die Notwendigkeit, den Sozialismus aufzubauen: Zwar würden heute in Vietnam viele marktwirtschaftliche Element zugelassen, doch werde der Staat niemals der Wirtschaft die alleinige Kontrolle überlassen.

Was den Kampf gegen den Krieg angehe, herrschte Optimismus. Zwar sei der Imperialismus heute so arrogant wie nie zuvor in der Geschichte, gleichzeitig wachse aber auch die Friedensbewegung. In Sachen Vietnam habe es seinerzeit noch Jahre gedauert, bis es zu internationalen Mobilisierungen gegen den US-Krieg gekommen sei. Im Falle des Irak hätten hingegen bereits im Vorfeld weltweit große Demonstrationen Aufsehen erregt, und die internationale Zusammenarbeit wachse weiter.

Der PDS-Europaabgeordnete Tobias Pflüger wies auf die Militarisierung der EU hin. Man solle nicht ausschließlich auf das US-Imperium schauen. Es dürfe nicht übersehen werden, daß auch in der EU »Battlegroups« gebildet und der Einsatz von Atomwaffen erwogen wird. Pflüger rief zum Widerstand gegen die EU-Verfassung auf.

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