Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2005
 


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24.8.2005


IMI-Studie 2005/04


Artemis am Congo


Was hatte die europäische Jagdgöttin in Afrika zu suchen?


IMI-Studie 2005/04

Artemis am Congo -
Was hatte die europäische Jagdgöttin in Afrika zu suchen?

Von Christoph Marischka


Einleitung

Artemis ist die griechische Göttin der Jagd. Nach ihr wurde die erste autonome EU-Militäroperation benannt, die von Juli bis September 2003 im Osten der Demokratischen Republik Congo (DRC) stattfand. Diese Region ist der Schwerpunkt eines seit Jahren anhaltenden, unübersichtlichen Krieges in Zentralafrika, in dem in wechselnden Allianzen staatliche und nichtstaatliche Armeen sich gegenseitig bekämpfen, die Bevölkerung terrorisieren und Rohstoffe und produzierte Waren plündern. An dieser Situation hat sich im Wesentlichen durch den Einsatz europäischer Soldaten nichts geändert. Dennoch wird die Mission Artemis von Politikern und EU-Strategen gemeinhin als Erfolg bewertet und als Vorbild für zukünftige EU-Interventionen genannt. Dies entlarvt den tatsächlichen Zweck der Mission, den sie durchaus erfüllt hat. Es ging nicht darum, eine humanitäre Notlage zu beenden, sondern darum, als EU militärische Handlungsfähigkeit zu beweisen, die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) voranzutreiben und eine Grundlage für zukünftige Einsätze zu schaffen. Dies äußern nicht nur EU-Politiker ganz offen, sondern wird auch bei näherer Betrachtung der Umstände und Aufgaben von Artemis deutlich.
Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss werde ich den aktuellen Konflikt in der DRC beschreiben und so die Situation umreißen, in der die EU militärisch aktiv geworden ist. Anschließend werde ich Ziele und Aufgaben der Militärmission aufzeigen und argumentieren, dass hier eine passgenaue Mission als Premiere für EU-Militäreinsätze entworfen wurde. Diese These wird unterstützt durch die heutige Rezeption von Artemis und ihrer Rolle zur Legitimation der zunehmenden Militarisierung der EU, die ich im Folgenden darstellen werde. Über wirtschaftliche und politische Verwicklungen zwischen der EU bzw. europäischer Firmen und Politiker möchte ich auf die Situation am Congo und die Systematik dieses Krieges zurückkommen, um abschließend zu erörtern, was im Großen wie im Kleinen zu tun wäre und getan wird, damit sich am Congo endlich wieder Frieden und Selbstbestimmung entfalten können.

Die ganze Studie als PDF:
http://imi-online.de/download/IMI-Studie2005-04CM-Artemis.pdf

Christoph Marischka





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