Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2005
 


Sie sind hier:

Jahr: 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998
Monat: 123456789101112alle Monate



Drucklayout

16.3.2005


IMI-Standpunkt 2005/020


Atomwaffenfreie Welt gefordert - Atomwaffenfreies Europa abgelehnt




Es ist zu begrüßen, dass sich das Europäische Parlament mit dem Atomwaffensperrvertrag beschäftigt. In der Debatte wurde viel Richtiges gesagt, unter anderem, dass alle Atomwaffen illegal und unmoralisch sind. Allerdings gibt es eine gravierende Diskrepanz zwischen Reden und Handeln - insbesondere in Bezug auf die Atomwaffen der Europäischen Union.
Es ist bedauerlich, dass keine Kritik an der EU-Atomwaffenpolitik geübt wurde. Im European Defence Paper, ausgearbeitet vom europäischen Institut für strategische Studien, steht es schwarz auf weis. Lothar Rühl, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Verteidigungsministerium und Mitautor des Papiers, hat es auf den Punkt gebracht: "Wir haben es nicht vermieden, Szenarien zu präsentieren, in welchen die nationalen Nuklearstreitkräfte europäischer Mitgliedstaaten in die Planung mit einfließen können."

Auch die Forderung im Änderungsantrag der Linksfraktion an 'die Mitgliedstaaten, die über Atomwaffen verfügen', sich gemeinsam darauf zu einigen, 'Atomwaffen nicht als erste einzusetzen oder gegenüber Staaten, die keine Atomwaffen besitzen, nicht mit ihrem Einsatz zu drohen', wurde von Konservativen und Sozialdemokraten zurückgewiesen.

Dass diese es auch noch ablehnten die EU und ihre Mitgliedstaaten aufzufordern, 'einen Aktionsplan sowie einen Zeitplan vorzulegen, die zum Ziel haben, eine kernwaffenfreie Zone in Europa zu errichten' ist ein Skandal. Mit einer derartigen Haltung, wird es im Hinblick auf den Atomwaffensperrvertrag keinen Schritt voran gehen. Es ist zu befürchten, dass viele Staaten dieser Erde nicht nur mit dem Verweis auf die USA, sondern auch auf die unnachgiebige Haltung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten sich weigern werden, auf Atomwaffen zu verzichten bzw. atomar abzurüsten.


Tobias Pflüger





Antimilitarismus braucht Analysen! IMI unterstützen - Mitglied werden!












  Hechingerstr. 203
72072 Tübingen
Tel: 07071/49154
Fax: 07071/49159
imi@imi-online.de
www.imi-online.de


PUBLIKATIONEN
standpunkte
analysen
studien
presseberichte
mailingliste
ausdruck
bücher
sonderseiten

TERMINE

REFERENTiNNEN

ARCHIV

VEREIN




SUCHE




IMPRESSUM