IMI-Standpunkt 2004/046

Hartz IV

Bundesagentur vermittelt jetzt Arbeitslose als Sicherheitskräfte in den Irak

von: Tobias Pflüger | Veröffentlicht am: 20. August 2004

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Deutschland gerät immer weiter in den Sumpf des Irak-Krieges. Jetzt vermittelt die Bundesagentur für Arbeit zur Flughafenüberwachung in Mosul (Nordirak) „geprüfte Sicherheitsdienstleistungsfachkräfte“ für „Patrouillendienste, Personenkontrolle, Objektbewachung“. In Anzeigen der „Zentralstelle für Arbeitsvermittlung“ wird im Anforderungsprofil „Englisch zur Verständigung am Arbeitsplatz, Waffenkunde erwünscht. Nur Bewerber bis 45 Jahre körperlich fit“ genannt. Es scheint als ob die Bundesregierung jetzt alles daran setzt, dass Deutschland sich immer stärker am Irak-Krieg beteiligt.

Hatte Schröder immer erklärt, keine Bundeswehrsoldaten in den Irak entsenden zu wollen, fördert jetzt offensichtlich die „Bundesagentur für Arbeit“ die 'Privatisierung' der deutschen Irak-Kriegsbeteilung“. Damit übernimmt Deutschland wieder einmal – nach der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte – eine Vorreiterrolle bei den EU-Mitgliedstaaten, die sich früher nicht direkt am Irak-Krieg beteiligt hatten: Angesichts der Debatte um Hartz IV, mit dem gewollten Zwang jede Arbeit anzunehmen, wirkt dieses Engagement der Bundesagentur doppelt zynisch. Was passiert eigentlich, wenn es Tote gibt? Die Bundesregierung scheint alles tun zu wollen, um die Arbeitslosen loszuwerden. Die Inserate verheißen denn auch ein „überdurchschnittliches Gehalt … und Lebensversicherung“. Nähere Auskünfte können bei Frau Nikolay von der „Zentralstelle für Arbeitsvermittlung“ eingeholt werden (Tel: 0049 228 713 1075).

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