Dokumentation

Teilabzug ist zu wenig!

Das Militär gehört gänzlich abgeschafft und Spangdahlem endlich geschlossen! Ein Kommentar von Markus Pflüger zu den Spekulationen über den Teilabzug der US-Militärs aus Deutschland

von: Markus Pflüger, AG Frieden Trier / Dokumentation | Veröffentlicht am: 19. August 2004

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Grundsätzlich sind Abzüge und Auflösungen von militärischen Kriegseinheiten zu begrüßen. Der Kriegsflughafen Spangdahlem gehört ebenso wie alle anderen Teile der Kriegsmaschinerie aller NATO-Militärs einschließlich Bundeswehr schnellst möglichst geschlossen. Die Regierungen in Mainz und Berlin müssten sofort mit Konversionsprojekten beginnen. Nach der einseitigen Ausrichtung auf das Militär und deren Ausverkauf für das blutige Kriegshandwerk begehen die Politiker jetzt mit der fehlenden Entwicklung von Alternativen zur Monostruktur der Region ihren zweiten Fehler.

Am 20. Juni 2004 wurden mit der Konversionskonferenz in Dudeldorf erste Vorschläge erarbeitet wie eine zivile Umwandlung der Airbase Spangdahlem Chancen für die Region bietet, statt sie weiterhin mit Lärm und Abgasen zu überziehen und Kriegsunterstützung zu betreiben .

Die Menschen der Region, besonders direkte Anwohner/innen, leiden durch den Kriegsflughafen: Lärm und Abgase z.B. das hochgiftige und krebserregende Nato-Treibstoffgemisch JP-8, Zubetonierung, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Tiefflüge vermindern die Lebensqualität – dies lässt sich schlecht durch Geld und Arbeitsplätze ausgleichen. Viele Menschen der Region stinken die Belastungen der Airbase und sie lehnen die Funktion des Kriegsflughafens ab.

Medien und Politiker sollten nicht um den heißen Brei reden: Von Spangdahlem und Co. werden Kriege geführt und unterstützt wie zuletzt der Irakkrieg und zuvor der „Kosovokrieg“. SPD, FDP, CDU und Grüne geben Geld für organisiertes Morden aus, statt eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Statt die einseitige Militärausrichtung der Region weiter zu fördern gilt es also hier vor Ort einen Beitrag gegen Krieg und für zivile Konfliktbearbeitung zu leisten – Kriege und gewalttätige Konflikte können mit vorbeugenden zivilen Mitteln verhindert bzw. mit zivilen Konfliktbehandlungsmethoden friedlich bearbeitet und beigelegt werden. Es ist eine Frage des politischen Willens!

Die aktuelle Umstrukturierung des US-Militärs sind leider keine Abrüstung, sondern eine qualitative Aufrüstung hin zu flexibleren Strukturen für weitere weltweite Kriegseinsätze – wir kritisieren diesen Kurs und fordern von der Landes- und Bundesregierung sich für zivile Konfliktbearbeitung statt Militarisierung einzusetzen. Statt die US-Militärs mit Milliarden zu subventionieren müssten also Mittel für nachhaltige zivile Projekte in der Region zur Verfügung gestellt werden. Ebenso müsste – besonders angesichts des aktuellen Sozialabbaus – der Umbau der Bundeswehr zur kriegsführungsfähigen Interventionsarmee im Rahmen der ausgebauten Militärmacht Europa und der NATO gestoppt werden.

Bei Berichten und Kommentaren des Trierischen Volksfreund (TV) und anderer Medien zu Konversion werden die Vorschläge gerne der Partei Bündnis 90 / Die Grünen zugeordnet (TV 17.8.04, S.2: „Für den Tag X braucht man Denkmodelle – jenseits von grüner Streuobstwiesen-Romantik“) Die Grünen waren aber weder Veranstalter noch Unterstützer oder stellten Referent/innen oder Podiumsteilnehmer/innen bei der Konversionskonferenz auf die Bezug genommen wird. Alle Veranstalter äußerten eine klare Kritik an der der Kriegspolitik der rot-grünen Bundesregierung. Konversionsvorschläge gab es zahlreiche, Streuobstwiesen („Viez statt Flieger“) war dabei einer von vielen! Die Kombination mehrerer Konversionsideen von Tourismus und Freizeit über erneuerbare Energien und nachhaltige Wirtschaftsweisen bis zu Renaturierung und Landwirtschaft ist dabei notwendig.

Nie verschwiegen wurde, was die Veranstalter grundsätzlich fordern: Der Kriegsflughafen soll schließen. Dabei soll aber verantwortungsvoll mit Arbeitsplätzen umgegangen werden: D.h. es gilt jetzt damit zu beginnen die einseitige Abhängigkeit vom Kriegshandwerk zu durchbrechen. Je früher Konversion beginnt desto, erfolgreicher kann sie sein.

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