Pressebericht - in: Neues Deutschland, 06.04.04

Beim Ostermarsch wird diesmal nicht marschiert

Stattdessen gibt es eine »festliche Kundgebung«

von: Andreas Heinz / Neues Deutschland / Pressebericht / Dokumentation | Veröffentlicht am: 6. April 2004

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Von Andreas Heinz

Die Friedenskoordination ist sich der Problematik bewusst, doch die Verantwortlichen entschieden sich dafür, den traditionellen Ostermarsch diesmal ausfallen zu lassen: »Bevor wir in dem riesigen Demonstrationspaket verschwinden, verzichten wir lieber auf den Marsch.« Stattdessen werde es am Ostermontag zwischen 14 und 18 Uhr eine »festliche Kundgebung« auf dem Alexanderplatz zwischen Neptunbrunnen und Marienkirche geben, teilte Sprecherin Laura von Wimmersperg bei der Vorstellung des Programms gestern mit.

Zu der bescheideneren Lösung »Diskutieren statt marschieren« habe man sich entschlossen, um die Menschen nicht mit noch einer Demonstration zu überfrachten und damit zu überfordern, machte Wimmersperg deutlich. Ganz weglassen wollte man die Veranstaltung aber auch nicht, »obwohl wir wissen, dass die Berliner Ostern die Stadt verlassen«. Mehr könne sich die Friedenskoordination auch finanziell nicht mehr leisten, da »unser Geld für die Teilnahme an anderen Demonstrationen verbraucht wurde«.

Im Mittelpunkt der Kundgebung am 12.April stehe eine Podiumsdiskussion. Gäste aus Italien, Polen, Iran, Lateinamerika und Deutschland werden laut Wimmersperg zum Thema »Die europäische Verfassung mit Verpflichtung zur Militarisierung und ihre Auswirkung weltweit« Stellung nehmen. »Nach unserer Meinung ist diese so genannte Europa-Verfassung verfassungswidrig. Sie wird auch Auswirkungen auf außereuropäische Länder haben«, so die Sprecherin der Friedenskoordination weiter.

»Europa soll zur Führung von Angriffskriegen ermächtigt werden. Aufrüstung wird demnach zur Pflicht. Das wollen wir verhindern«, heißt es in einem Aufruf der Friedenskoordination. Zu der Diskussionsrunde wird auch Tobias Pflüger, Leiter der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen und PDS-Kandidat für das Europaparlament, erwartet.

Neben dem politischen »Herzstück« soll die Osterkundgebung eine Demonstration dafür sein, dass viele Menschen verschiedener Nationen in Berlin friedlich zusammenleben. Deshalb werden viele internationale Musiker erwartet, teilte Jutta Kausch von »Künstlerinnen und Künstler gegen den Krieg« mit. Mit afrikanischen Klängen kommt die Band »Ketewa« (Die Kleinen) und dem Musiker und Sänger Mark Kofi Asamoah aus Ghana. Mit dabei sind auch der kubanische Tänzer und Sänger Joaquin La Habana, »Die Bösen MädCHEn«, die Akustik-Folk-Punk-Combo »Der singende Tresen«, der Musiker Manfred Maurenbrecher, die Jugend- und Frauentanzgruppe der griechischen Gemeinde und die Tanzgruppe »Al-Hula« der palästinensischen Gemeinde Berlin.

An Ständen gibt es Informationen und Essbares aus verschiedenen Ländern, so aus Italien, Griechenland, Irak und Palästina.

Weitere Infos im Internet: www.friko-berlin.de

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