Pressebericht / in: Mainzer Allgemeine Zeitung 22.04.2003

Marschieren für den Frieden

Weniger Demonstranten als erwartet

von: Sarah Schmitt / Mainer Allgemeine Zeitung / Pressebericht / Dokumentation | Veröffentlicht am: 22. April 2003

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

„Sonnenenergie für den Frie-den statt Krieg um Öl“ forderten die Bündnisgrünen. Doch auch andere Vorschläge hatten die Demonstranten bei dem Ostermarsch mit dem Slogan „Kein Krieg um Rohstoffe“, zu dem verschiedene Initiativen, Parteien und Gruppen aufgerufen hatten. Erwartet wurden 500 Demonstranten, doch die Resonanz war – wie auch in anderen Städten – nicht so groß.

In einer „neuen Weltordnung“ unter der Vorherrschaft der USA seien Kriege ein „legitimiertes Mittel, um die Kontrolle über Rohstoffe, vor allem über die Erdölvorräte des Irak zu gewinnen“, kritisierten die Kriegsgegner. Aus diesem Grund haben die Veranstalter dieses Motto gewählt. „Es ist doch offensichtlich, dass es den Amerikanern nur um das Öl geht“, machte Hans Ripper deutlich.

In ihrer Rede rief Mitorganisatorin Ellen Weber zum Handeln auf: „Nicht Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, sondern Unruhe und Bewegung!“ Auch ist sie der Meinung, dass das „Nein“ der deutschen Bun-desregierung zum Irakkrieg nicht konsequent genug gewesen sei. „Wir brauchen intelli-gente Menschen statt intelli-gente Bomben“, fasste Weber ihre Ansichten zusammen.

Tilmann Gocht von der Informationsstelle Militarisierung Tübingen, verurteilte die „Schwarz-Weiß-Malerei“, der USA. „Man kann die Menschen nicht in Gut und Böse unterteilen. Die Welt ist bunt.“ Außerdem erinnerte er an die Aufgabe der Bundeswehr als Verteidigung der Bundesrepublik. Daher fordere die Friedensinitiative Mainz den Verbot aller Bundeswehreinsätze im Ausland, drastische Kürzungen im Militärhaushalt und ein vollständiges Verbot aller Rüstungsexporte im Sinne von mehr Solidarität und Sicherung der Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben weltweit für die kommenden Generationen.

Auch Saral Sarkar vom „Netzwerk gegen neoliberale Globalisierung Köln“ äußerte sein Verlangen nach Frieden, denn „eine Welt ohne Krieg und Ausbeutung ist möglich“. Eine Demonstrantin machte mit ihrem Schild „Heute Irak! Morgen Syrien?“ die Angst der Bevölkerung vor neuen Kriegen deutlich.

Ähnliche Artikel