in: epd 11.11.2002

US-Soldat will bei Irak-Krieg Militärdienst verweigern


von: Dokumentation / epd | Veröffentlicht am: 13. November 2002

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Washington (epd). In den USA hat erstmals ein Soldat öffentlich angekündigt, in einem möglichen Irak-Krieg seinen Dienst zu verweigern. Er wolle nicht mitmachen bei einem präventiven Angriff, sagte der 19-jährige Wilfredo Torres am Montag vor Journalisten in Washington. Der aus Rochester im US-Bundesstaat New York stammende Soldat muss nun wegen Fahnenflucht mit einem Militärgerichtsverfahren rechnen.
Im Fall eines länger dauernden Krieges seien zahlreiche Verweigerungen zu erwarten, erklärte Torres Anwalt Tod Ensign, der zugleich Direktor der kritischen Veteranenorganisation Citizen Soldier ist. US-Präsident George W. Bush sei ungeachtet der UN-Resolution zu den Waffeninspektionen zum Angriff und zum „Regimewechsel“ entschlossen, kritisierte er.

Die jungen Soldaten und Reservisten heute seien „nicht so folgsam wie wir in Vietnam“, sagte Ensign, der Vietnamkriegsveteran ist. Der Golfkrieg von 1991 sei schnell vorbei gewesen, aber schon damals seien mehrere hundert Reservisten nicht eingerückt. In den vergangenen Monaten hätten sich Tausende US-amerikanische Soldaten trotz entsprechender Befehle nicht gegen Milzbrand impfen lassen. Sie befürchteten, der Impfstoff sei nicht ausreichend getestet worden.
Torres sagte dem epd weiter, er sei nicht grundsätzlich gegen jeden Krieg und werde daher nicht als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkannt. Er sei auch empört, dass sich die Regierung zu wenig um kranke Golfkriegsveteranen kümmere. (10414/11.11.02)

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