Erklärung des Zentralkomitee des Weltkirchenrates zur drohenden Militäraktion gegen den Irak

Unser Freund Siegfried Böhringer hat uns folgende Erklärung des Weltkirchnerates zukommen lassen:

von: Weltkirchenrat / Dokumentation | Veröffentlicht am: 26. Oktober 2002

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(1) Erklärung des Zentralkomitee des Weltkirchenrates zur drohenden Militäraktion gegen den Irak

– Beschlossen auf seiner Versammlung in Genf vom 26.August bis zum 3.September 2002 –

(Auszug)
Tief betroffen und alarmiert von den ständigen Bemühungen der US-Regierung um die internationale Unterstützung einer neuen Militäraktion mit dem ausdrücklichen Ziel, die gegenwärtige Regierung des Irak zu stürzen
– im Wiederholen und Bekräftigen der Worte der ersten Generalversammlung des Weltkirchenrats (1948): ?Krieg als ein Mittel zur Lösung politischer Probleme ist unvereinbar mit der Lehre und dem Beisiel unseres Herrn Jesus Christus. Die Rolle, welche dere Krieg im gegenwärtigen internationalen Leben spielt, ist eine Sünde gegen Gott und eine Entwürdigung des Menschen.“
– und im wiederholten Eintreten für seine Überzeugung, daß ?unter der Herrschaft Gottes keine Nation oder Gruppe von Nationen berechtigt ist zur Rache oder zur einseitigen Verurteilung und zu einer Aktion, die bei einer anderen Nation zu schweren Verwüstungen und schwerem Leiden ihrer Bevölkerung führt“ (Erklärung von Potsdam 2001)
– teilt das Zentalkommittee des Weltkirchenrates die Ängste und Sorgen der Kirchen im Mittleren Osten,

– begrüßt es die Position, die von den Kirchen in den USA, Großbritannien, Kanada und anderen Nationen eingenommen wurde, welche über die Kriegsdrohung gegen den Irak schwerwiegende Bedenken zum Ausdruck brachten,
– appelliert es an die Regierung des Irak, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu beachten .. und die zivilen, politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Menschenrechte für all ihre Bürger zu garantieren,
– appelliert es beharrlich an die Regierung der Vereinigten Staaten in Amerika, Abstand zu nehmen von jeder militärischen Drohung gegen den Irak und von jeder weiteren Planung militärischer Aktionen gegen dieses Land,
– fordert es die internationale Gemeinschaft auf .. zum Widerstand gegen den Druck, sich vorauseilenden militärischen Schlägen gegen einen souveränen Staat unter dem Vorwand des ?Krieges gegen den Terrorismus“ anzuschließen,
– appelliert es an alle Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner, bei ihren Regierungen durchzusetzen, daß die tieferen Ursachen des Konflikts angesprochen werden und der schrecklichen humanitären Krise im Irak ein Ende gesetzt wird,
– bringt das Zentralkommitee des Weltkirchenrates wiederholt seine Solidarität und seine Gebete für die Kirchen und für das Volk des Irak zum Ausdruck.
(Übersetzung aus dem Englischen: Siegfried Böhringer)

(Auf diese Erklärung nahm Peter Weiderud, der neue Direktor der Kommission für auswärtige Angelegenheiten im Weltkirchenrat Bezug in einem Brief vom 19.9.02 an die diplomatischen Vertretungen der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Rußlands und Chinas)

(2) ÖkumenischerRat der Kirchen:

?Ein Präventivkrieg gegen den Irak ist illegal, unmoralisch und töricht“

(Kurzer Auszug aus dem Brief des ÖRK-Generalsekretärs Konrad Raiser an die Vertreter und Greminen der UN, der sich auf die Erklärung des ÖRK von Anfang September bezieht)

Der Weltrat der Kirchen (WCC) ist immer noch aufs Äußerste betroffen vom fortgesetzten Aufruf der US-amerikanischen und der britischen Regierung zu einer militärischen Aktion gegen den Irak .. (Dies besonders nach der dahingehenden US-Kongress-Resolution vom 10.Oktober 02) – .. ich möchte Ihre Aufmerksamkeit lenken auf die zahlreichen Stimmen von Christen auf der ganzen Welt, welche – der Lehre Jesu Christi und der prophetischen Vision des Friedens verpflichtet – fest überzeugt sind, daß ein präventiver Krieg gegen den Irak illegal, unmoralisch und töricht ist. – Wir sind tief betroffen von den möglichen menschlichen Opfern eines neuen Krieges und von der Aussicht auf langfristige Fluchtbewegungen. Die Menschen im Irak haben genug gelitten .. Über die unschuldige Zivilbevölkerung eine weitere Bestrafung zu verhängen kann niemand moralisch akzeptieren. – Wir beten, daß Gott Sie zu Entscheidungen führen möge, die auf moralischen Prinzipien und legalen Standarts gegründet sind. – ?Keine Nation wird mehr das Schwert gegen eine andere erheben, und sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen?, Jesaja 2,4.

(Übersetzung aus dem Englischen: Siegfried Böhringer)

Quelle: http://www.wcc-coe.org/wcc/deutsch.html dann zu den Stichworten: Nachrichten – Pressemitteilungen.

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