Presseerklärung des Münchner Friedensbündnisses

*Skandalöse Massenfestnahmen in München* *erfreulich großer Protest auch zur Verteidigung demokratischer Rechte*

von: Dokumentation / Franz Iberl | Veröffentlicht am: 3. Februar 2002

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An die Medien 3. Februar 2002 Presseerklärung

*Skandalöse Massenfestnahmen in München* *erfreulich großer Protest auch zur Verteidigung demokratischer Rechte* _______________________________________________________________________

Das Münchner Friedensbündnis verurteilt die Massenfestnahmen in München, die sich bis nach Mitternacht hinzogen.

Auch wir vom Friedensbündnis werden jetzt zur Ettstraße gehen, um die Freilassung aller Festgehaltenen zu fordern.

Insbesondere der rücksichtslose Umgang mit Jugendlichen, deren Unerfahrenheit ausgenutzt werden konnte, ist empörend. Sie wurden stundenlang spät in der Nacht im Freien festgehalten und wurden wie Kriminelle erkennungsdienstlich behandelt.

Das ist der „politische Unterricht“ den man hierzulande für angemessen hält.

Dagegen finden wir es sehr ermutigend, daß gerade so viele jüngere Menschen sich ernsthaft gegen die Kriegspolitik der Mächtigen zur Wehr setzen, und sich von der martialischen Machtdemonstration des Staatsaparates nicht provozieren lassen.

Wir halten die politisch motivierten Festnahmen der letzten Tage für völlig ungerechtfertigt, da von den Verhafteten keinerlei Gefahr ausging.

Wir protestieren auch gegen die Verhaftung von Claus Schreer, die Samstag Mittag unter fadenscheinigen Vorwänden auf empörende Weise erfolgte. Er hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen!

Die große Beteiligung an Protestaktionen der letzten Tage begrüßen wir ausdrücklich: Im Zeichen zivilen Ungehorsams wird nicht akzeptiert, daß als Bestandteil allgemeiner Kriegsvorbereitung das Demonstrationsrecht ausgehebelt wird.

Die durch nichts gerechtfertigten Kriege im Ausland haben schlimmste Auswirkungen im Inland, die Repression in München ist nur ein Beispiel dafür. Auf der „Sicherheitskonferenz“ wird angekündigt, daß riesige finanzielle Opfer für diese aggressive Politik von uns allen gebracht werden sollen.

Wir werden die Gegenwehr wie viele andere engagierte Gruppen fortsetzen und unsere Alternativen zur militärisch orientierten Machtpolitik aufzeigen.

Mit friedlichen Grüßen Franz Iberl

Rückfragen: 089/181239 Q, 089/2715917 Q

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