in: Netzeitung 18. Jan 14:54

Wecker kritisiert den „Ungeist des Konvertiten Fischer“

Liedermacher Konstantin Wecker fürchtet die "gedankliche Aufrüstung" Deutschlands unter Außenminister Fischer und fordert zivilen Ungehorsam gegen die neue Selbstverständlichkeit des Krieges

von: Dokumentation / Netzeitung / Konstantin Wecker | Veröffentlicht am: 19. Januar 2002

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Konstantin Wecker will Anfang Februar an den Gegen-Demonstrationen zur Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik teilnehmen. Der 54-jährige Liedermacher sagte der Tageszeitung „AZ“, er beteilige sich an den Protesten, „weil ziviler Ungehorsam immer notwendiger wird in einer Zeit, in der unser Innenminister Otto Schily in den Überwachungs- und Polizeistaat marschiert“.

Mainstream zur Militarisierung

Wecker fügte hinzu: „Ich habe einfach Angst, dass durch den Mainstream, der sich wieder in Richtung Aufrüstung, Krieg und Militarisierung bewegt, auch die Polizei völlig anders wird.“ Er kritisierte eine „gedankliche Aufrüstung: Krieg ist wieder eine selbstverständliche Option“. Das schlage sich auch in der Sprache nieder. Heute werde nicht mehr von Krieg gesprochen, sondern vom Kampf gegen Terror. „Es sind alles plötzlich Friedensmissionen. Die gibt es aber nur, wenn man vorher Krieg geführt hat.“

Auf die Frage, ob er traurig darüber sei, dass sich so wenige deutsche Intellektuelle und Künstler gegen diese Tendenz aussprächen, antwortete Wecker: „Nie war man in Deutschland so für den Frieden wie im Frieden. Jetzt führt Deutschland Krieg, und plötzlich ist das Häuflein sehr klein geworden, das gegen den Krieg ist. Das ist schon ein bisschen traurig. Aber das ist der Ungeist des Konvertiten Fischer, der viele irgendwie gepackt hat.“ (nz)

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