Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2002
 


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5.10.2002


in: Schwäbisches Tagblatt 25.09.2002


Risiken und Nebenwirkungen


Jürgen Wagner analysiert in "Das ewige Imperium" die US-Außenpolitik


Tübingen (mir). Entspannt und mit einem Kugelschreiber in der Hand sitzt er da. "Politisiert wurde ich durch den Golfkrieg", beschreibt Jürgen Wagner seinen Zugang zur Politik. In seiner Rolle als Vorstandsmitglied der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen fühlt sich der Politologe vor allem durch die Friedensforschung geprägt. Vergangene Woche stellte er im Sudhaus sein erstes Buch vor: "Das ewige Imperium - die US-Außenpolitik als Krisenfaktor".

"Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren zum einen, welche Mechanismen Terrorismus befördern, und zum anderen, in wieweit die USA selbst Schuld an den derzeitigen Entwicklungen tragen", begründete Wagner, warum er "das ewige Imperium" geschrieben hat.. Kern des wissenschaftlichen Buchs seien Hegemonieinteressen der USA.

Wagner geht unter dem Gesichtspunkt der Theorie des offensiven Realismus an seine Analyse heran. "Die Denkschule der internationalen Beziehungen betrachtet Einflussgewinnung und Machtmaximierung als zentralen Faktoren staatlichen Handelns", so der Autor. Abgeleitet aus dem theoretischen Konstrukt untersucht er, ob, warum und wie diese Faktoren die Außenpolitik der USA bestimmen.
"Krieg gegen den Terror" - nur des Friedens willen? Diese Frage wird eindeutig mit "nein" beantwortet. Geplante Angriffe können auch Präventivangriffe mit Interessenspolitischen Absichten seien.

Nach Ende des Kalten Krieges konzentriere sich die Politik der letzten verbliebenen Supermacht vor allem auf ein Ziel: die Stärkung der eigenen Position. Ihr verhalten gegenüber anderen Staaten sei in erster Linie von Einflussmaximierung geprägt, so Wagner weiter. Wirtschaftliche Interessen - insbesondere für die Ressource Öl - seien dabei ebenso entscheidend wie die Rolle des global players. Alles, was einen relativen Machtverlust nach sich ziehe, wäre indiskutabel. Das zeige sich auch an der abgelehnten Rüstungskontrolle, die eine Verbreitung von Massenvernichtungswaffen begünstige.

Doch der 27-Jährige möchte in seinem Buch ebenfalls Lösungsansätze anbieten: Die Einhaltung von völkerrechtlichen Grundsätzen ist einer von ihnen. Ebenso der internationale Gerichtshof. "Die USA werden sich nicht selbst Fesseln auferlegen", schätzt Wagner die Lage ein, "dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Machtmaximierung und Terroranschlägen."


"mir" / Schwäbisches Tagblatt / Dokumentation / Jürgen Wagner





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