Informationsstelle Militarisierung (IMI) - 2002
 


Sie sind hier:

Jahr: 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998
Monat: 123456789101112alle Monate



Drucklayout

2.10.2002


in: Main-Echo 30.09.2002


Attac: Bush will Iraks Öl als Ersatz für Saudi-Quellen


USA-Kritiker rechnet mit Provokation durch die USA


Aschaffenburg. »Die USA werden Bagdad angreifen, unabhängig davon, ob UNO-Inspektionen zu Stande kommen oder nicht« lautete das Fazit von Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung Tübingen e.V. (IMI) im Café »Schwarzer Riese«. Eingeladen hatten Aschaffenburger attac-Arbeitsgruppen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Wagner sagte, die US-Regierung räume ein, dass sie über keinerlei »schlagende Beweise« verfüge, die sie dem US-Kongress vorlegen könne. »Wenn wir auf den schlagenden Beweis dafür warteten, wäre es zu spät«, zitierte der Referent den US-Verteidigungsminister. Das stärkste Argument gegen eine Gefahr für die Nachbarn Iraks sei, dass diese angeblich bedrohten Nachbarn gegen den US-Krieg seien. Es bleibe der Vorwurf, der Irak setze seine Massenvernichtungsmittel generell und in jeder Auseinandersetzung ein, was eine nicht tolerierbare Gefahr für die USA, vor allem aber auch für Israel bedeute. Die CIA habe keine Beweise, dass der Irak innerhalb fast eines Jahrzehntes in terroristische Operationen gegen die USA verwickelt gewesen sei. Die Spionageagentur sei ebenfalls davon überzeugt, dass Hussein keine chemischen oder biologischen Waffen an El Kaida oder ähnliche terroristische Gruppen geliefert habe.

Auf der Suche nach tiefer liegenden Kriegsgründen lenkte der Referent das Augenmerk auf die von US-Offiziellen vorgebrachten »vitalen Interessen« des Westens an den Ressourcen in der Golfregion. Zudem sei Saudi-Arabien zu einem einen »unsicheren Kameraden« geworden, gegen den man gewaltsam einen »demokratischen Irak« schaffen wolle, der als drittgrößtes Förderland die westlichen Zivilgesellschaften und Kriegsmaschinerien vom saudischen Öl unabhängig machen könne. »Falls es Washington nicht gelingt, die Forderungen so hoch zu schrauben, dass Hussein die Inspektoren ausschließt, ist zu erwarten, dass es einen Zwischenfall provozieren oder inszenieren wird, der dann die Legitimation zum Angriff - nun unter UNO-Mandat - geben soll«, schloss Jürgen Wagner.

Auf die Frage, was denn für die Friedensbewegung zu tun bleibe, wenn der Krieg ohnehin schon nicht mehr zu verhindern und eine beschlossene Sache sei, antwortete Wagner: »Das wollte ich so nicht rüberbringen!« Nach dem wohl wahlkampfentscheidenden »Nein« des Bundeskanzlers zum Irak-Krieg hieße es jetzt umso mehr, die rotgrüne Regierung zu dessen Beibehaltung zu drängen.

Quelle: http://www.attac-aschaffenburg.de/presse/ME020930.htm

Main-Echo / Dokumentation / Jürgen Wagner





Antimilitarismus braucht Analysen! IMI unterstützen - Mitglied werden!












  Hechingerstr. 203
72072 Tübingen
Tel: 07071/49154
Fax: 07071/49159
imi@imi-online.de
www.imi-online.de


PUBLIKATIONEN
standpunkte
analysen
studien
presseberichte
mailingliste
ausdruck
bücher
sonderseiten

TERMINE

REFERENTiNNEN

ARCHIV

VEREIN




SUCHE




IMPRESSUM