FB: Aufruf zur Demonstration beim Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw am 08.12.2001

von: 5. Dezember 2001

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Am Samstag 08.12. findet in Calw eine (landesweite) Demonstration zum Standort des Kommando Spezialkräfte (KSK) statt, organisiert vom Friedensnetz Baden-Württemberg.

Nicht in meinem Namen! Kein Bundeswehr-Einsatz! Stoppt die Spirale der Gewalt!

Ablauf

Ab 11.40 gibt es einen Pendelbus vom Omnibusbahnhof Calw zur Graf-Zeppelin-Kaserne

12.00 Uhr Auftakt Graf-Zeppelin-Kaserne Calw (Stationierungsort KSK)

– Begrüssung: Martin Spreng DGB-Vorsitzender Calw vom Friedensnetz Calw
– Auftaktrede von Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung mit Schwerpunkt „Kommando Spezialkräfte“

12.45 Uhr Demo zum Marktplatz in Calw

14.00 Uhr Kundgebung Marktplatz Calw

dort Reden von
– Kathrin Vogler, DFG-VK
– Sabine Leidig, DGB-Vorsitzende Karlsruhe
– Werner Pfennig, Landessprecher der VVN-Bda

Der Aufruf des Friedensnetzes zur Demonstration in Calw findet sich unter:
http://www.friedensnetz.de/aufruf_0812.htm

Aktuelle Informationen zum Ablauf der Demonstration sind unter: http://www.friedensnetz.de/demo0812.htm

Begründung für die Demonstration:

1. Der Krieg ist nicht zu Ende – im Gegenteil!

Derzeit wird so getan, als ob der Krieg in Afghanistan schon zu Ende sei. Das Gegenteil ist der Fall, der Krieg ist in seine schmutzigste und tödlichste Phase getreten. Inzwischen ist unleugbar, daß die Verbündeten der USA, Großbritanniens und Deutschlands in der „Allianz gegen den Terror“, die Nordallianz, erwartungsgemäß umfangreiche Massaker u.a. in Masar-i-Sharif verübt haben. (vgl. zu den vielfältigen Warnungen vor Massakern u.a. den Brief von Daniel Weitbrecht http://www.imi-online.de/2001.php3?id=223 )

Mary Robinson und amnesty international (ai) fordern inzwischen eine Untersuchung des Massakers der Nordallianz an gefangenen Taliban-Kämpfer mit mehreren hundert Toten in einer Festung nahe bei Masar-i-Sharif. Offensichtlich sind z.B. einigen der getöteten Taliban die Hände auf den Rücken gefesselt gewesen. Das US-Militär hat die Niederschlagung der gefangenen Talibankämpfer aus der Luft „unterstützt“.

2. Der Bundestagsbeschluß zum Kriegseinsatz sieht auch KSK-Soldaten vor

In Afganistan sind inzwischen umfangreich Bodentruppen und Kommandotruppen der USA und anderer Kriegsalliierter eingesetzt.

Der Beschluß des Bundestages vom 16.11.2001 ermöglicht den Einsatz der Bundeswehr für mindestens ein Jahr auf einem Drittel des Globus mit einer breiten Palette von Bundeswehreinheiten. (Zum Bundestagsbeschluß und den möglichen Einsatzorten der Bundeswehreinheiten vgl. die noch immer gültige IMI-Analyse vom 10.11.2001 unter http://www.imi-online.de/2001.php3?id=193 ) Der Krieg in Afghanistan ist nach Angaben von US-Präsident George W. Bush, erst der erste Schritt, weitere Kriegseinsätze in anderen Ländern können folgen.

Zu den für den Kriegseinsatz vorgesehenen Bundeswehreinheiten gehören auch 100 Spezialkräfte, also auch Soldaten der Elitekampftruppe Kommando Spezialkräfte (KSK), das eingesetzt werden kann wie die us-amerikanischen Eliteeinheiten.

Die Soldaten des Kommando Spezialkräfte üben derzeit kräftig ihren zukünftigen Kriehgseinsatz: „Laut MONITOR-Informationen sind seit dem 26. November 100 Mann der deutschen Kommandospezialkräfte zur militärischen Vorbereitung im Iran. Während ein Teil der Kommandospezialkräfte sich in Grenznähe zu Afghanistan auf einen möglichen Einsatz vorbereitet, gibt es jedoch noch ein zweites Trainings-Camp in dem deutsche Soldaten trainiert werden und das liegt in unmittelbarer Nähe zum Irak.“ Die uns vorliegenden Informationen sind ähnlich.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb dazu: „Wenn aus der „Bereitstellung“, die Schröder nach eigenem Eingeständnis zwar nicht definieren kann, aber vom Bundestag haben möchte, ein Einsatz werden sollte, wird es für 3800 Heeres-, Marine- und Luftwaffenangehörige riskant. Für die 100 Kommandosoldaten aber wird es lebensgefährlich.“

Der Kriegseinsatz der Bundeswehr mit dem Kommando Spezialkräfte steht bevor, Grund genug in Calw zu demonstrieren, gegen den Einsatz des Kommando Spezialkräfte (KSK) und gegen den Krieg.

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