`Sie reden vom Frieden und planen den Krieg´

Kongreß der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - 14./15. November 1998 Gemeindehaus Lamm - Tübingen

von: 1. September 1998

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Die Idee

Militär(einsätze) als Mittel der Politik sind in Deutschland wieder hoffähig geworden. Die
Bundeswehr soll eben nicht (mehr) nur zur Landesverteidigung genutzt werden. Inzwischen
sind auch Kampf- und Kriegseinsätze in aller Welt Teil der Planungen für die Bundeswehr.
Umgesetzt werden sollen sie mit den Krisenreaktionskräften (KRK) und der
Elitekampftruppe Kommando Spezialkräfte (KSK). Für die neuen Einsatzoptionen wird die
Bundeswehr neu und teuer aufgerüstet. In der Waffenindustrie finden
Konzentrationsprozesse statt.

Wir wollen als Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. mit
dem Kongreß „Sie reden vom Frieden und planen den Krieg“ über die derzeitigen
Entwicklungen informieren. Zugleich wollen wir Ideen austauschen und sammeln, wie
gegen die Militarisierung vorgegangen werden kann.

Die Informationsstelle Militarisierung arbeitet in Tübingen seit 1996 zu verschiedenen Aspekten fortschreitender Militarisierung in
Deutschland und hat sich insbesondere mit der Umstrukturierung der Bundeswehr beschäftigt
und möchte mit diesem Kongreß einen Beitrag zur Diskussion leisten. Ort des IMI-Kongreß
ist das evangelische Gemeindehaus Lamm am Marktplatz in Tübingen. Eine
Anfahrtsbeschreibung schicken wir auf Anfrage zu. In der Woche vor dem IMI-Kongreß
finden bundesweit in verschiedenen Städten Friedenswochen bzw. die Friedensdekade statt,
so auch am Veranstaltungsort Tübingen. Der IMI-Kongreß ist Teil der Tübinger
Friedensdekade / Friedenswoche.

Ergebnisse

Die Beschlüsse des Kongresses. Inzwischen ist auch die Dokumentation des Kongresses in Form eines Readers erschienen (Inhaltsverzeichnis). Zu beziehen ist der Reader bei der Informationsstelle Militarisierung gegen Einsendung von 8,- DM in Briefmarken (bzw. einem mit drei Mark frankierten A5-Umschlag und weiterer 5,- DM Briefmarke).

Programm – Samstag

11.00 – 12.30 Uhr „Militarisierung, was tut sich und was können wir tun? / Aufrüstung – Kampftruppen – militärorientierte Außenpolitik“ Einführungsreferat von Tobias Pflüger (Tübingen), Fachreferent, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von IMI, Autor von „Die neue Bundeswehr“. mit Diskussion

Mittagspause

14.00 – 16.30 Uhr Bundeswehr und Rechtsextremismus Impulsreferat von Paul Schäfer (Bonn), wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag und im gleichnamigen Untersuchungsausschuß, Redakteur von „Wissenschaft & Frieden“ und IMI-Beirat.

im Anschluß: Bundeswehr und Rechtsextremismus – Bundeswehr und Wehrmacht: Podiumsdiskussion mit:
Dr. Werner Brill (Saarbrücken), Dozent, Buchautor, wissenschaftliche und didaktische Arbeiten zur Ausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944″, IMI-Beirat.
Arno Neuber (Ettlingen), Autor zahlreicher Fachartikel, IMI-Beirat.
Paul Schäfer (s.o.)
Ulrich Sander (Dortmund) (angefragt), Journalist, Autor von „Szenen einer Nähe, Das große Rechts Um bei der Bundeswehr“, Sprecher bei der VVN- BdA, IMI-Beirat.
Bernhard Strasdeit (Tübingen), Bundestagsmitarbeiter, Autor zahlreicher Fachartikel, IMI-Beirat.
Aike Vaque (Oldenburg), Student, ehemaliger Rekrut beim Fallschirmjäger- Bataillon 313 Varel (Krisenreaktionskräfte), dort Zeuge rechtsextremer Vorfälle (sog. ‘Fall Christian Krause’)
Moderation: Tobias Pflüger Anschließend offene Diskussion

Kaffeepause

17.00 – 18.00 Uhr Mitgliederversammlung der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.

Programm – Sonntag

11.00 – 12.30 Uhr Europäisierung der Rüstungsindustrie Referat Arno Neuber (s.o.). mit Diskussion

Mittagspause

14.00 – 17.00 Uhr Zivilgesellschaft / Kirche, Gewerkschaften und Friedensbewegung

Referat Bärbel Danner (Balingen), Industriepfarrerin, Mitarbeiterin der ev. Akademie Bad Boll, Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche Württemberg, IMI-Beirätin.

im Anschluß: Offene Perspektivendiskussion mit allen Anwesenden u.a. mit Redebeiträgen von Iris Smidoda (Stuttgart), Martin Spreng (Calw), …

Stand 1.9.98

Weitere Informationen zum Kongress: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V., Burgholzweg 116/2, 72070 Tübingen, Telefon und Fax: 07071-49154 und 49159, email: IMI@gaia.de.

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